Korschenbroich : Adlerauge speichert Daten

Für vier Tage rollte jetzt ein Transporter, vollgepackt mit Technik, durchs Stadtgebiet. Alle Straßen, Gehwege und Laternen wurden fotografiert. Bis Herbst werden die Daten ausgewertet. Ziel ist es, ein Straßenkataster zu erstellen.

Das 180 Kilometer lange kommunale Straßennetz wurde in dieser Woche vollständig mit der Technik "Eagle-Eye" (Adlerauge) erfasst, um daraus ein digitales Straßenkataster für die Arbeit der Verwaltung zu erstellen. Das orange-silberne Messfahrzeug mit Berliner Kennzeichen war dafür vier Tage unterwegs. "Wir hatten Glück, das Wetter hat mitgespielt. Wir haben fast alles im Kasten", diese positive Bilanz zog gestern Abend Alexander Gumnior von der Eagle Eye Technologies GmbH. Er hatte sich bereiterklärt, dem Ausschuss das Fahrzeug und die aufwendige Technik zu erklären.

Der Transporter war nicht nur innen vollgepackt mit Technik: Allein auf dem Dach sind zwölf Kameras und eine Lasersäule montiert, um in einem Panorama-Verfahren alle Details festzuhalten. "Sie fotografieren alles — vom Straßenzustand bis hin zum Straßeninventar," sprach Alexander Gumnior den Straßenbelag ebenso an wie die Bepflanzung, die Beleuchtung und die Oberflächengestaltung. Selbst die Verkehrszeichen werden in das Datenpaket eingespeist.

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Mit Spannung erwarten Dezernent Georg Onkelbach und Tiefbauamtsleiter Christoph Herchner die Ergebnisse. Im Herbst müssen noch einige schmale Straßenzüge in Kleinenbroich "nachgearbeitet" werden, bis zum Jahresende soll der Stadtverwaltung dann das neue Straßenkataster zur Verfügung stehen. "Die Datensammlung erleichtert uns künftig das zeitgemäße Management der Straßenunterhaltung", ist Onkelbach überzeugt. Für Herchner ist das eine deutliche Arbeitserleichterung: "Das Kataster ermöglicht uns eine langfristige Planung." Als Stichworte nannte Herchner "Unterhaltung, Instandsetzung und Erneuerung".

Warum sich der Bauausschuss vor rund zwei Jahren für diese Investition von 180 000 Euro entschieden hatte, machte Joachim Hamann von der Deutschen Tiefbauberatung (DT) deutlich: "Die Städte sind heute immer mehr darauf angewiesen, hochkomplexe Aufgaben mit immer weniger Geld und Personal zu bewältigen. Ohne qualifizierte Entscheidungshilfen sind dabei keine vernünftigen Ergebnisse möglich." Hamann hatte der Politik das Vorhaben damals auch im Bauausschuss vorgestellt. Die Deutsche Tiefbauberatung erhielt den Zuschlag von der Stadt. Die DT wiederum entschied sich für das System "Eagle Eye" und beauftrage für die Umsetzung das in Berlin ansässige Unternehmen. In NRW wurden vom Alderauge fast 30 Städte erfasst. Mit ein Grund dafür ist die Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements vor zehn Jahren. "Das Straßennetz ist ein hoher Vermögenswert, der bei mangelnder Pflege schnell verloren geht", weiß Hamann.

(NGZ)