Jüchen : Absolute Mehrheit weg

Mit 52,8 Prozent setzte sich Harald Zillikens (CDU) als Bürgermeister deutlich gegen Hans-Josef Schneider (SPD) durch. Doch die CDU verlor über neun Prozent.

Jüchen Bei der Wahlpräsentation im Haus Katz wurde in den CDU-Reihen viel gerechnet und diskutiert. Mit einem so herben Verlust ihrer absoluten Mehrheit hatten wohl nur wenige gerechnet. Obwohl sie alle 19 Wahlkreise holte, büßte die CDU gegenüber 2004 neun Prozent bei der Ratswahl ein, kommt auf noch 42,6 Prozent. Damit verliert sie ihre absolute Mehrheit, stellt nur 20 im von 38 auf 46 Mitglieder angewachsenen Rat. Ein Grund zur Freude bei der CDU: Gegen 20.15 Uhr gratulierte Bürgermeisterin Margarete Kranz Harald Zillikens als künftigem Bürgermeister, Hans-Josef Schneider kam nur auf 29,9 Prozent. "Ich wusste, dass ein Sieg schwer würde, aber mit einem so deutlichen Ergebnis habe ich nicht gerechnet. Das bürgerliche Lager scheint in Jüchen doch sehr groß zu sein", so Schneider. "Erleichterung" verspürte Zillikens nach der ersten Hochrechnung. "Schließlich konnte ich ja erst vor wenigen Wochen mit dem Wahlkampf beginnen", sagte der 50-Jährige. Seine Frau Doris freute sich neben ihm, die Töchter Kathrin und Rebekka feierten in der Eisdiele bereits vor.

Andere hatten weniger zu feiern: Die SPD konnte von den CDU-Verlusten kaum profitieren, legte lediglich um 1,2 Prozent auf 23,6 Prozent zu, ist mit elf statt acht Sitzen im Rat vertreten. "Wir konnten die Wähler nicht überzeugen, dass Jüchen eine Alternative braucht. Aber die absolute CDU-Mehrheit ist weg. Wir erwarten, dass die CDU mit den anderen Parteien jetzt auf gleicher Augenhöhe redet", erklärte Vorsitzender Dr. Holger Tesmann. Das dürfte vor allem auch für die FDP gelten, die mit 16,6 Prozent Gewinner des Abends ist, die Zahl ihrer Mandate auf acht verdoppelte. "Das ist die Folge unserer soliden Politik", so Vorsitzender Herbert Altenberg. Bei der CDU dagegen war die Unzufriedenheit zum Greifen nah: "Das Ergebnis ist nicht gut", gab Gemeindeverbandschef Dr. Christoph Schmitz zu. Die Gründe sieht er unter anderem in der Diskussion um den Bürgermeister-Kandidaten. Alt-Bürgermeister Rudi Schmitz wurde deutlich: "Personalpolitik betreibt man nicht in der Öffentlichkeit. Ich kann rund acht Namen nennen, die zu diesem Ergebnis beigetragen haben. Das werden wir denen auch hinter verschlossenen Türen sagen."

(RP)
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