Jüchen : Abriss kann noch bis 2011 dauern

Der 2007 begonnene "Rückbau" von Alt-Holz hat nur noch wenige Häuser übrig gelassen – zurzeit leben noch zwei Familien dort.

Der 2007 begonnene "Rückbau" von Alt-Holz hat nur noch wenige Häuser übrig gelassen — zurzeit leben noch zwei Familien dort.

Holz Am kommenden Wochenende feiern die Holzer bereits ihr sechstes Schützenfest im neuen Ort. Hartmut Schmitz, der Präsident des Spiel- und Bürgervereins, ist dennoch davon überzeugt, "dass man die Bezeichnung ,neues Dorf' oder ,Neu-Holz' noch lange hören wird", auch wenn "das alte Dorf bald Vergangenheit sein wird". Der Ende 2007 begonnene "Abriss schreitet unaufhaltsam fort und das eigentliche Dorf Holz gehört dann der Vergangenheit an und lebt nur noch in den Erinnerungen und Aufzeichnungen fort", skizziert Hartmut Schmitz die laufende Entwicklung.

Von den 146 Häusern des Dorfs, die Mitte 2007 noch standen, gibt es mittlerweile nur noch gut zehn. Die Zahl der damals acht Familien, die noch im Ort wohnten, hat sich auf mittlerweile zwei reduziert. Wobei dieses noch "bis deutlich ins Jahr 2010 dort bleiben können", wie André Bauguitte, Sprecher von RWE Power, versichert. Bis das alte Dorf, das seinen Namen im 15. Jahrhundert von einem alten Bauernhof erhielt, endgültig dem Erdboden gleichgemacht ist, wird nämlich noch einige Zeit verstreichen. "Bis Ende 2010, Anfang 2011 wird der Rückbau noch dauern ", beschreibt Bauguitte den zeitlichen Rahmen, in dem sich der Abriss vollziehen wird. Die Aktion dauert länger als zunächst vorgesehen war: 2007 hieß es noch im Bürgerbeirat, dass sie sie in diesem Jahr abgeschlossen werden sollte.

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In einer ersten Etappe wurden die Häuser vom östlichen Ortsrand bis hin zur Ortsmitte "plattgemacht". Danach waren die Anwesen bis hin zur Garzweiler Straße an der Reihe, ehe dann die an dieser selbst stehenden Häuser in Angriff genommen wurden. Offen ist, wann der bislang ebenso unversehrte Wasserturm und die Kapelle dem Bagger zum Opfer fallen werden. Mit einem Rückbau der noch vorhandenen Straßen wird nach den Worten von André Bauguitte erst begonnen, wenn die letzten Einwohner das Dorf verlassen haben. Eine grundsätzliche Einigung hat RWE Power ihm zufolge inzwischen auch mit ihnen erzielt.

Aller Voraussicht nach in der zweiten Jahreshälfte 2010 sind dann — wie schon in den vergangenen Jahren in Alt-Otzenrath — die Bodendenkmalpfleger am Zug. Mit dem Schaunshof und der alten Kapelle verfügt das alte Dorf über zwei anerkannte Bodendenkmäler, während demgegenüber regelrechte Baudenkmäler in Holz nicht vorhanden sind.

Neues gibt es inzwischen auch vom bisherigen Bürgerbeirat Holz, dessen Vorsitzender Hartmut Schmitz ebenfalls ist. Ende 2009 hatte die Gemeinde gegenüber den Holzern wie auch dem Bürgerbeirat Otzenrath klar gestellt, dass sie nach dem im Frühjahr 2008 offiziell besiegelten Ende der Umsiedlung auch keine Notwendigkeit für die weitere Unterstützung dieser Gremien mehr sehe. Hartmut Schmitz und seine Mitstreiter hatten sich daher zunächst dafür ausgesprochen, den Bürgerbeirat quasi informell weiterbestehen zu lassen.

Davon sind sie Schmitz zufolge inzwischen jedoch abgerückt: Die Interessen der Holzer bei der Gestaltung des neuen Dorfs wollen künftig statt des Bürgerbeirats nunmehr der Spiel- und Bürgerverein, die Karnevalsgesellschaft "Holzköpp" um Frank Coumans und der Kapellenverein unter dem Vorsitz von Heinz Mostert gemeinsam wahrnehmen.

(RP)