Jüchen : 75 Kinder für Sekundarschule

Die Gemeinde wartet auf Antwort der Bezirksregierung zur Sekundarschule. Die neue Schule kann nur starten, wenn 75 Eltern ihre Kinder zum Schuljahr 2012/13 anmelden. Ohne Sekundarschule droht an der Realschule Enge.

Die geplante Sekundarschule geht in die heiße Phase. Ihr Start hängt von der Anmelde-Entscheidung der Eltern ab — von Eltern wie Carmen Marschall-Wexel (45) aus Hochneukirch. "Ich habe Angst, dass die Sekundarschule nicht kommt, weil zu wenig Eltern ihre Kinder dort anmelden", sagt die Mutter von drei Kindern. Marschall-Wexel ist mit ihrer Sorge nicht allein.

Auch Nicole Simberger (43), ehrenamtlich an der Grundschule Hochneukirch aktiv, ist skeptisch, ob die Meldungen ausreichen: "Viele Eltern, mit denen ich gesprochen habe, sind eher skeptisch, wollen sich für die Realschule entscheiden", sagt die Mutter aus Holz.

Über Anmeldung informieren

Den Antrag für eine Sekundarschule in Jüchen hat die Gemeindeverwaltung am 5. Dezember bei der Bezirksregierung in Düsseldorf gestellt. Noch fehlt eine Antwort. "Wir gehen zwar davon aus, dass unser Antrag bewilligt wird. Garantien gibt es natürlich nicht", so Rathaus-Sprecher Jürgen Wolf.

Über die Zukunft der weiterführenden Schulen in Jüchen werden die Eltern entscheiden: Nur dann, wenn 75 Fünftklässler für die neue Schulform angemeldet werden, wird sie im kommenden Schuljahr auch eingerichtet werden.

Bisher gibt es lediglich unverbindliche Absichtserklärungen von Grundschuleltern. Demnach unterstützten 172 Eltern (89 von 219 Drittklässlern und 83 von 179 Viertklässlern) die neue Schulform.

Bisher gab es einige Info-Veranstaltungen für Eltern: von Workshops bis hin zu Informationsabenden, bei denen die pädagogische Steuerungsgruppe um Realschuldirektor Georg Broens das Konzept für die neue Schule vorstellte. Am Samstag, 21. Januar, folgt eine weitere: Dann sollen die Eltern sich umfangreich über das Anmeldeverfahren informieren können.

Um zum Schuljahr 2012/13 starten zu können, musste die Gemeinde im Dezember 2011 den Antrag bei der Bezirksregierung stellen. Das hatte der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Er hatte auch entschieden, die Ganztagshauptschule (GTHS) in Hochneukirch sukzessive auslaufen zu lassen, da dort Fünftklässler fehlten.

Auch die Realschule soll aufgelöst werden — unter dem Vorbehalt, dass die Sekundarschule genehmigt wird. Der erste Jahrgang der Sekundarschule sollte im Gebäude der GTHS unterrichtet werden — nachdem dieses umgebaut wurde.

Nicole Simberger wünscht sich, dass Jüchen eine Sekundarschule erhält, auch wenn ihr zweites Kind noch in die Kita geht. "Viele Eltern haben Bedenken, etwa gegen den Unterricht im Hauptschulgebäude. Zudem müssten Schüler aus Jüchen den Bus nach Hochneukirch nehmen", nennt sie einige Einwände. Kommt die Sekundarschule nicht, steht eines fest: Dann wird es an der Realschule eng.

(NGZ)