Jüchen : 57 Jahre an der grünen Platte

Hermann-Josef Sack (69) begann vor 57 Jahren, beim Tischtennisclub RW Gierath (heute SG Gierath) Tischtennis zu spielen. Er blieb dabei – ohne Unterbrechungen. Sack betreute auch junge Spieler wie Sohn Stephan.

Hermann-Josef Sack (69) begann vor 57 Jahren, beim Tischtennisclub RW Gierath (heute SG Gierath) Tischtennis zu spielen. Er blieb dabei — ohne Unterbrechungen. Sack betreute auch junge Spieler wie Sohn Stephan.

Mit zwölf Jahren hat Hermann-Josef Sack (69) das Tischtennistraining begonnen — nach 57 Jahren nahm der Gierather seinen Abschied von Schläger und Platte "Das ist mir schon schwergefallen, aber eine Knie-Operation und Tischtennis passen nicht zusammen", sagt der Tischtennis-Spieler der SG Gierath mit einem Lächeln. Doch seinen Rückzug vom aktiven Sport betrachtet er auch positiv: "Jetzt bleibt mir mehr Zeit zum Radfahren, Lesen oder Spielen mit meinen Enkel Simon."

200 Urkunden, unzählige Pokale: Die Erfolgsbilanz von Hermann-Josef Sack ist beeindruckend: "Ich habe mich am meisten 1964 gefreut, als ich mit sechs Gierather Jungen in die Verbandsliga aufgestiegen bin, das war damals die zweithöchste Spielklasse", erzählt der Rentner. Heute wäre dies wohl nicht mehr möglich. Zahlreiche Titel — 1983 mit Heinz Cremer der Sieg als Seniorenkreismeister, 1984 der Sieg als Kreismeister — sowohl im Einzel als auch im Doppel folgten.

Dabei hätte das Sportler-Leben von Hermann-Josef Sack anders verlaufen können — nämlich auf dem grünen Rasen statt an der Tischtennisplatte. Denn sein gutes Ballgefühl, seine präzise Hand-Auge-Koordination machten den Gierather auch zu einem guten Fußballer in der A-Jugend. Doch irgendwann habe die Entscheidung zwischen Fuß- und Tischtennisball fallen müssen: "Eigentlich waren meine Brüder Heinz, Josef und Leo schuld." Sie hätten Tischtennis gespielt und auch ihn vom großen Reiz des Spiels mit dem kleinen Ball überzeugt. Die Geschwister Sack waren es auch, die 1948 den Tischtennisclub gründeten. Er ging später in der Sportgemeinschaft Gierath auf.

"Hermann-Josef Sack hat herausragende und außergewöhnliche Leistungen gezeigt", würdigt Heinz Kiefer, Vorsitzender der SG Gierath. Seine über 57 Jahre dauernde Treue zum Verein, seine hohe Leistungsbereitschaft und seine Zuverlässigkeit seien vorbildlich.

Denn: Angebote zum Wechsel habe es durchaus gegeben: "Die Frage ,Könnten Sie sich vorstellen für einen anderen Verein ...'?, kombiniert mit Reisen oder Geld, habe ich gehört", erzählt der Gierather. Aber er sei eben "bodenständig": 45 Jahre bei Erftcarbon, 57 Jahre beim Tischtennis. Vielleicht startet ja bald das Training für Klein-Simon.

(NGZ)