Jüchen : 5500 Oldtimer auf Schloss Dyck

Bei den Classic Days verwandelt sich die Parkanlage in ein gigantisches Open-Air-Museum für Oldtimer. Dazu gibt es packende Rennen auf einem 2,8 Kilometer langen Rundkurs. Beim Karten-Vorverkauf wurde ein Rekord erreicht.

Den Garten des Grafen wird man bald nicht mehr wiedererkennen. Das erklärt zumindest Rüdiger König vom Organisationsteam der Classic Days schon mal. Er sitzt im Bankettsaal des Hochschlosses in Schloss Dyck und blickt hinaus in die Parkanlage. In knapp vier Wochen verwandelt sich die Anlage in ein gigantisches Open-Air-Museum für Oldtimer.

Am 6. und 7. August locken die Classic Days wieder Tausende Besucher nach Schloss Dyck. Das Festival für Motorsportfans und Liebhaber historischer Automobile ist schon jetzt gefragt wie nie: Bislang sind 5500 Eintrittskarten im Vorverkauf weggegangen – Rekord.

Doch das soll nur ein Vorgeschmack auf die Groß-Veranstaltung sein. 5500 Oldtimer werden bei den Classic Days auf dem Miscanthusfeld parken, 85 Renn- und Sportwagen liefern sich packende Rennen auf einem 2,8-Kilometer-Rundkurs, dazu gibt es die Gelegenheit zu Picknicken – und zum Staunen.

"125 Jahre Automobil" lautet das Motto der Classic Days. Zudem erinnert die Veranstaltung an die vor 50 Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommene Rennfahrerlegende Graf Berghe von Trips. Auch Autos, die der Graf einst selbst fuhr, werden bei den Classic Days gezeigt.

Bei soviel Konkurrenz müssen sich die Hersteller schon etwas einfallen lassen, um aus dem Feld der historischen Wagen herauszustechen. Bei Mercedes werkelt man daher zur Zeit an einem Zusatztank für den Benz-Patent-Motorwagen. Jutta Benz, Großenkelin von Berta Benz, wird das schicke, motorisierte Dreirad aus dem Jahr 1886 über den langen Rundkurs steuern. Marcus Herfort, Initiator der Classic Days, freut sich bereits auf die Fahrt der historischen Wagen. "Der Benz-Patent-Motorwagen wird den Rundkurs zusammen mit 15 weiteren Wagen aus der Anfangszeit des Automobils zurücklegen."

Lauter und schneller wird es zugehen, wenn die Renn- und Sportwagen über den Rundkurs brettern. Sehr zur Freude von Harald Zillikens: Der Bürgermeister hatte kürzlich ein Elektroauto gefahren – und zunächst mal das Motorengeräusch vermisst. Das werde beim Oldtimer-Festival in Schloss Dyck nicht passieren, versicherten ihm die Organisatoren. "Man wird diese Wagen hören und sicher auch riechen, wenn sie in voller Fahrt an einem vorbeirauschen", sagt Herfort.

In den kommenden Wochen wird mit dem Aufbau des Classic-Days-Geländes begonnen. Aus der Vorburg wird die Boxengasse, Zelte werden aufgebaut – und 1,5 Kilometer Elektrokabel sowie 800 Meter Wasserleitung verlegt.

(NGZ/rl)