Jüchen : 50 Jahre aktiv für die Dörfer

Gottfried Schiffer, Jakob Daners und Theo Hönen sind die letzten noch lebenden Gründungsmitglieder der rund ein halbes Jahrhundert alten Dorfgemeinschaft Neuenhoven-Schlich. Die Hälfte der Bewohner ist heute Mitglied.

Neuenhoven-Schlich Heute ist die Dorfgemeinschaft Neuenhoven-Schlich nicht aus den Orten wegzudenken. Vor etwas mehr als einem halben Jahrhundert setzten sich Vertreter des Kirchenchors Neuenhoven, des Brieftaubenzuchtvereins Neuenhoven und Mitglieder des Schlicher Pendants an einen Tisch. Das Ziel: "Wir wollten eine Dorfgemeinschaft gründen, deren Träger die drei Vereine sein sollten", erinnert sich Gottfried Schiffer (80), damals bereits langjähriges Mitglied im Kirchenchor, an die Ursprünge. Er gehört wie Jakob Daners und Theo Hoenen, langjähriger Kassierer der Gemeinschaft, zu den letzten lebenden Gründungsmitgliedern. "Unser Ziel war es, Zusammenhalt zu schaffen. Außerdem wollten wir Kirmes feiern", erklärt Jakob Daners (76) hinzu. Er hatte bei der Gründung der Dorfgemeinschaft vor 52 Jahren als Vorsitzender des Schlicher Brieftaubenzuchtvereins, der später zu den Heimatfreunden wurde, mit Pate gestanden. Erst 1978 hatten die drei Vereine beschlossen, eine "richtige" Dorfgemeinschaft ohne Träger ins Leben zu rufen. "Das Startgeld von 1500 Mark hatte diese sich von unserem Verein geliehen, unter der Bedingung, dass ich automatisch im Vorstand war, bis sie es zurückgezahlt hat", erinnert sich Daners. Die erste Kirmes lag damals schon zurück: 1964 schmückte erstmals ein weißes Festzelt das Dorf, das Hahneköppen hat die Dorfgemeinschaft abgeschafft. "Bei uns wurde derjenige König, der die schönsten Klompen hatte", so Daners.

Schiffer übernahm zweimal die Königswürde mit seiner Frau Deli (78). "Das war herrlich. Wir haben bei uns im Kuhstall gefeiert und sind deswegen zu spät ins Zelt gekommen. Das hatte unser damaliger Vorsitzender Karl Klaase gar nicht gern", so der ehemalige Landwirt. Auch heute sind er und Daners "kirmesdoll" – und das haben sie an ihre Kinder und Enkelkinder weiter gegeben: Herbert und Heinz Schiffer sowie Andreas Daners sind aktiv im Vorstand. "So haben wir den Zusammenhalt, können schöne Feste feiern und sind aktiv für Jugend und Senioren tätig", sagt Daners.

Stolz waren die beiden Schlicher auf die Jubiläumsfeier vor zwei Jahren. "So einen Zug haben wir noch nicht gesehen – mindestens 20 Könige waren dabei." Kaum erwarten können sie das Fest 2011. "Immer schmücken wir vor der Kirmes die Straße und setzen die Fahnen", sagt Schiffer. "In den kommenden Jahren müssen wir jemanden anlernen, der das für uns übernimmt, aber wen?" Denn auch die Dorfgemeinschaft habe Nachwuchssorgen. "Wenn unsere Söhne in unserem Alter sind, fürchte ich, dass sich niemand mehr so für die Gemeinschaft einsetzen wird", sagt Daners.

(NGZ)