4000 Zuschauer beim Saisonauftakt auf der Galopprennbahn in Neuss.

Galopp: Der Bürgermeister und der schnelle Schimmel

Drei Siege für Jockey Maxim Pecheur vor rund 4000 Zuschauern beim Saisonauftakt auf der Galopprennbahn am Hessentor in Neuss.

Ein gutgelaunter Bürgermeister Rainer Breuer (SPD) am Kopf des  siegreichen  Rennpferdes Town Charter im Preis der Stadt Neuss. Das war einer der Höhepunkte im Rahmen einer mit 4000 Menschen aller Altersklassen erneut sehr gut besuchten Veranstaltung bei traumhaftem Wetter mit sieben Rennen zum Saisonauftakt auf der Galopprennbahn am Hessentor.

Von denen die Mehrzahl aus Neuss und Umgebung gekommen waren und den populären Streetfood-Markt bis weit nach Rennschluss um 13.52 Uhr bevölkerten. Sportlich ragten die drei Siege von Jockey Maxim Pecheur mit den Pferden Betsy Coed, Alte Lady England und Beacon Hill heraus. Der Siegreiter von Windstoß im Derby 2016 könnte erstmals Deutscher Jockey-Champion werden. Ein Wetter auf der Bahn kassierte nach dem fünften Rennen die steuerfreien 10.000 Euro in bar, denn er hatte mit einem Gesamteinsatz von 132 Einsatz als einziger den Zieleinlauf Alte Lady England, Scouting for Girls, Vertical Rhythm und California Cliffs getippt. Wobei mit der Außenseiterin Scouting for Girls und dem Mitfavoriten Vertical Rhythm zwei Pferde der Neusser Trainern Katja Gernreich für die hohe Quote und den einzigen Treffer sorgte. Im ersten Rennen belegte ihr Schützling Jamie’s Venture hinter dem aus den Saarland angereisten Betsy Coed den zweiten Platz.

Mächtig beeindruckt zeigte sich Bürgermeister Breuer nach dem Sieg des Schimmels Town Charter mit dem Franzosen Lukas Delozier im Preis der Stadt Neuss: „Die Stimmung und der Besuch sind wirklich sehr gut. Leider habe ich beim Wetten nicht getroffen, ich hatte wohl den falschen Berater,“ flachste er. Der Name des Beraters soll an dieser Stelle aus Datenschutzgründen verschwiegen werden. Präsident Jan Antony Vogel übernahm dann die Verantwortung und begab sich mit dem Bürgermeister in den Führring vor dem letzten Renne. „Wir schauen uns die Pferde einmal aus der Nähe an.“ Das Resultat der folgenden Wette blieb geheim. Die CDU-Fraktions-Vorsitzende Helga Koenemann war schon früh auf der Bahn und begrüßte viele gute und auch weniger gute Bekannte, nicht nur Ex-Bürgermeister Herbert Napp mit Gattin. Die CDU-Frontfrau knüpfte Kontakte zum Neusser Trainer Axel Kleinkorres, in Kürze ist ein Stallbesuch geplant. Auch Helga Koenemann war von der Stimmung: „Ich bin hocherfreut über die große Akzeptanz der  Neusser Bürger für die Rennbahn. Wir werden weiter an einer Zukunftslösung arbeiten.“

Für die Wichtigkeit dieser traditionsreichen Sportstätte des  weltweit verbreiteten Sports werden an jedem Renntag Beweise geliefert. Das zweite Rennen um den „Preis der Neusser Bürger“ gewann die fünfjährige Stute CJ Parker. Diesmal wurde sie von der 35-jährigen Susanne Rose aus Magdeburg geritten, der Tochter des Trainers Rainer Busch, der fünf Pferde auf der unweit der Elbe gelegenen Bahn am Herrenkrug trainiert. „Wir sind um ein Uhr aufgestanden, die Fahrt hat über fünf Stunden gedauert.“ Eine Stunde nach dem Rennen ging es zurück ins Sachsen-Anhalts Hauptstadt- „Mit dem Sieg geht das aber viel schneller“ freute sie sich über ihren 28. Sieg und den zweiten Lebenssieg der Stute. Neuss wird in Kürze auch bei den Rennen auf dem See von St. Moritz eine Rolle spielen. Die Stute Usbekia holte sich mit dem Sieg am Hessentor die Kondition für die faszinierenden Rennen vor der einmaligen Kulisse des Nobel-Urlaubsortes im Oberengadin. Der in der Schweiz lebende Trainersohn Dennis Schiegen wird wie in Neuss auch dort im Sattel sitzen.

Die Siege in den sieben Rennen verteilten sich auf die Trainingsorte Honzrath im Saarland, Magdeburg, Köln-Weidenpesch (2), Weilerswist im Kreis Euskirchen, Kevelaer am Niederrhein und im letzen Rennen Zweibrücken in Rheinland-Pfalz. Von dort reiste der bereits elf Jahre alte Wallach Beacon Hill aus dem Stall von Christian Peterschmitt an. Auf der Bahn in Neuss hat der Veteran bei jetzt 15 Starts einen sensationellen Durchschnitt von 1,2. Besitzer-Trainer Peterschmitt ist ein Fan der Neusser Bahn. Seit Jahren schickt er erfolgreich Pferde auf die Bahn am Hessentor. Zudem gehört er zu den wenigen Gästen, die auch einmal ein Dankeschön für den Veranstalter über die Lippen bringen. Beacon Hill gewann in Neuss sein 25. Rennen. Die Karriere begann am 22. Mai 2010 im englischen Goodwood als 6. von 13 Startern.

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