36. Sommernachtslauf der TG Neuss macht Spaß

Sommernachtslauf : Neusser Sommernachtslauf der Glückskinder

Erst als der letzte der insgesamt 2892 Finisher im Ziel ist, bricht über Neuss das angekündigte Gewitter mit Blitz und Donner herein.

Glück gehört auch dazu. Als sich das heftige Gewitter mit einem mächtigen Donnerschlag und dicken Regentropfen ins Gemüt fraß, war der 36. Neusser Sommernachtslauf bereits Geschichte, hatte Mario Meyen, Vorsitzender der veranstaltenden TG Neuss, trotz der diesmal nur 2892 Läufer und Läuferinnen im Ziel (537 weniger als im Vorjahr) gut gelaunt sein Fazit gezogen. Ihm sei schon beim Aufbau am Morgen die ganz spezielle Atmosphäre dieser Auflage aufgefallen, sagt er: „Obwohl einige Sorge hatten, dass es ohne Marc Hillen nicht gehen würde, lief heute alles wie auf Schienen. Letztlich besteht der harte Kern der Helfer nur aus rund 30 Leuten, aber da weiß halt jeder, was zu tun ist.“

Hillen, der sich mit seiner Agentur h1 seit 2009 im Auftrag der Turngemeinde um die Organisation des 1983 zum ersten Mal ausgerichteten Volksfests kümmert, befindet sich nach einer schweren Operation auf dem Weg der Besserung. Im Krankenhaus dürfte er mit größter Freude erfahren haben, dass „seine“ als ein „klassischer Vereinslauf“ aufgestellte Veranstaltung auch sportliche Höhepunkte zu bieten hatte. So verbesserte Nikki Johnstone (Asics Frontrunner) bei seinem zweiten Triumph in Folge über zehn Kilometer in 31:14 Minuten seine persönliche Bestzeit um gut sechs Sekunden. Ein echter Coup, schließlich war es am Samstag auch noch am frühen Abend drückend heiß. Zudem hat der als Lehrer an der Internationalen Schule (ISR) in Neuss tätige Schotte in den vergangenen fünf Wochen Marathonläufe (42,195 Kilometer) in Düsseldorf, München, Mannheim, Essen und Duisburg bestritten. „Ich kann einfach nicht genug bekommen“, stellte der Vielstarter fest und fügte schmunzelnd hinzu: „Und in Neuss muss ich einfach dabei sein.“

Schade fand er nur, dass sein Dauerrivale Habtom Tedros (TG Neuss) früh abreißen lassen musste und am Ende in 32:33 Minuten vor seinem Vereinskollegen Hagos Guesh (36 Minute) abgeschlagen Platz zwei belegte. „Zusammen wären wir noch schneller gewesen.“ Tedros, im Vorjahr Dritter auf dem Hamtorplatz, sah ebenfalls noch Verbesserungspotenzial: „Ich wollte gewinnen, kann aber nicht so trainieren wie Nikki. Mehr ging nicht.“

Zu klaren Angelegenheiten geriet auch das Rennen über 10.000 Meter bei den Frauen: Katja Kanditt (Mönchengladbacher LG) gewann in 41:46 Minuten ungefährdet vor Ute Spicker (Team Essen 99) in 4:22 und Marita Bürger (DJK Kleinenbroich) in 45:15 Minuten. Über fünf Kilometer wiederholte der 18-Jährige Sven Aßing (FC Straberg) in 16:42 Minuten seinen Sieg aus dem Vorjahr. Geschafft resümierte er danach: „Ich bin ans Limit gegangen.“ Nicht ganz zufrieden mit ihrer Siegerzeit von 18:38 Minuten war bei den Frauen Sonja Vernikov (Alemannia Aachen), die zuletzt in Simmern 17:54 Minuten gelaufen war. Die 16-Jährige verwies Anna Christine Olschowsky (bunert Neuss) auf Platz zwei.

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