Handball : Die erstaunliche Entwicklung der Vikings

Handball-Drittligist steht vor dem Spiel in Longerich besser da als von vielen zu Saisonbeginn erwartet.

Neuss Eine solche Entwicklung hätten wohl die wenigsten erwartet: Der HC Rhein Vikings ist in der 3. Handball-Liga Nord-West seit vier Spielen ungeschlagen, zuletzt fuhr das Team von Trainer Jörg Bohrmann zwei gleichermaßen überraschende wie souveräne Erfolge gegen Team HandbALL Lippe II (27:23) und Schalksmühle (36:31) ein. Die letzte Niederlage (29:33 bei der Ahlener SG) liegt bereits über einen Monat zurück.

Entsprechend fahren die Wikinger am Freitagabend mit einer breiten Brust und viel Selbstvertrauen nach Köln zum Derby beim Longericher SC (20 Uhr, Sporthalle am Heinrich-Mann-Gymnasium).

„Das ist aber eines der heimstärksten Teams der Liga“, warnt Vikings-Coach Jörg Bohrmann. Zuhause haben die Kölner bisher alle drei Partien gewonnen, rangen dort zuletzt Zweitliga-Absteiger Eintracht Hagen mit 27:26 nieder. Es folgte am vergangenen Sonntag jedoch ein desaströses 29:36 beim VfL Gummersbach II, weswegen Longerich vor heimischem Publikum sicher auf Wiedergutmachung aus sein wird. „Sie haben viele erfahrene Spieler“, weiß Bohrmann.

Einer davon ist in Person von  Bennet Johnen ein ehemaliger Wikinger. Der 31 Jahre alte Kreisläufer wechselte im Sommer rheinaufwärts. Einen Vor- oder Nachteil sieht der Trainer hierbei jedoch nicht, da sich beide Seiten gut kennen würden. Johnen konnte in dieser Saison bereits 27 Tore erzielen. Bester Werfer beim Kölner Vorort-Verein ist in Simon Schlösser ebenfalls ein alter Bekannter. Der Rückraumspieler, der den damaligen Neusser HV 2015 verließ, steht aktuell bei 38 Treffern, davon 24 per Siebenmeter.

„Longerich hat viel Durchschlagskraft im Angriff, deswegen müssen wir in der Abwehr sehr kompakt stehen“, betont Bohrmann, „es wird schwer für uns und es muss alles stimmen, damit wir etwas mitnehmen können, aber wir sind nicht chancenlos.“ Wichtig sei es, die eigenen Angriffe geduldig auszuspielen wie zuletzt gegen Schalksmühle. Fraglich für das rheinische Derby ist auf Vikings-Seite Felix Handschke. Als Ersatzmann steht jedoch abermals Til Klause aus der A-Jugend bereit, die am Wochenende spielfrei hat, weswegen auch Paul Dreyer für das Tor dabei sein kann. Für das Spiel hofft der Coach auf eine große Unterstützung der Vikings-Fans: „Das ist ja kein weiter Weg.“

Mit dem dritten Sieg in Folge könnten sich die Vikings im oberen Tabellenbereich festsetzen. Eine Spielerei, die Jörg Bohrmann jedoch nicht mitmacht: „Die Tabelle interessiert uns aktuell gar nicht. Wir wollen unser Spiel verbessern und erst einmal so schnell wie möglich 20 Punkte holen, damit wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben.“ In den letzten Wochen habe sich seine Mannschaft bereits gesteigert: „Wir stehen kompakter in der Abwehr und finden im Angriff mehr Lösungen.“

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