3. Handball-Liga HC Rhein Vikings unterliegen Wilhelmshavener HV

Handball : Bohrmann kündigt Konsequenzen nach Vikings-Pleite an

„Es wird jetzt ungemütlicher.“ Jörg Bohrmann, Trainer des Handball-Drittligisten Rhein Vikings, kündigte Konsequenzen an nach dem verheerenden Auftritt seiner Mannschaft in der zweiten Hälfte gegen den Wilhelmshavener HV.

Nach guten ersten 30 Minuten bauten die Wikinger komplett ab und unterlagen im Duell der Absteiger aus der Zweiten Liga am Ende deutlich mit 22:33 (14:14).

„Das hat sich in Minden bereits angebahnt“, traf Bohrmann das Desaster nicht vollkommen überraschend. „Der eine oder andere Spieler ist nicht vollends konzentriert und hat sich hängen lassen,“ ärgerte sich der Coach und kündigte an: „Es wird Gespräche geben.“ Insbesondere die jungen Spieler  müssten begreifen, welche große Chance auf Drittliga-Handball ihnen bei den Vikings geboten werde. Zugleich warnt Bohrmann: „Wir müssen aufpassen, sonst sind wir schnell wieder im Abstiegskampf.“

Nach einem solchen Desaster hatte es im ersten Durchgang noch gar nicht ausgesehen. Zwar verschliefen die Vikings die Anfangsphase, gerieten über 1:4 (5.) und 4:7 (9.) beim 6:11 (15.) gar mit fünf Treffern ins Hintertreffen. Mit einem Kraftakt drehten die Neusser jedoch die Partie in eine 13:12-Führung (25.). „Paul Dreyer hat in der Phase überragend gehalten“, lobte Bohrmann, „er hat uns durch seine Paraden zurück ins Spiel gebracht.“ Da der Gegner zudem phasenweise mit sieben Feldspielern agiert habe, sei man zu einfachen Toren gekommen. „In den letzten 20 Minuten der ersten Hälfte haben wir richtig stark verteidigt“, war Bohrmann zufrieden mit dieser Phase. Letztlich ging es mit einem 14:14 in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel gingen die Vikings noch einmal durch Brian Gipperichs Tor zum 15:14 in Führung (31.), danach begann jedoch der Untergang. In den folgenden 17 Minuten gelang den Gastgebern gerade einmal ein Treffer, Wilhelmshaven zog auf 16:24 davon (48.). „Wir haben in der Abwehr nicht mehr kompakt gestanden und Probleme im Angriff gehabt“, ärgerte sich Bohrmann. Vorne ließen die Vikings beste Chancen liegen, vergaben gleich drei Siebenmeter (Becher, Denert, Zimmermann).

Enttäuscht zeigte sich Bohrmann jedoch nicht nur mit dem Auftritt seiner Mannschaft, sondern auch mit der Kulisse. Gegen das Topteam fanden offiziell 325 Zuschauer den Weg in die Hammfeldhalle. „Das war schon sehr ernüchternd und etwas traurig, gerade nach den tollen Fights in den vergangenen Wochen und gegen diesen starken Gegner“, bekannte Bohrmann, betonte aber zugleich: „Die, die da waren, haben uns toll unterstützt.“

Nach den vergangenen beiden Spielen ist es für die Vikings nun vermutlich ganz gut, dass sie am kommenden Wochenende spielfrei sind. So können die Baustellen im Team in Ruhe angegangen werden vor dem schweren Auswärtsspiel am 1. Dezember bei der zweiten Mannschaft des VfL Gummersbach. Auf Jörg Bohrmann wartet vor dem Start der besinnlichen Weihnachtszeit jedenfalls eine Menge Arbeit.

Rhein Vikings: Dreyer, Broy – Berentzen, Gipperich 4, Aust 1, Görgen 1, Schön 1, Skorupa, Weis 1, Becher 1, Handschke 3, Zimmermann 5, Denert 2/1, Eberlein 2, Klause 1, Ingenpass.

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