3. Handball-Liga HC Rhein Vikings unterliegen beim Longericher SC 28:31

Handball : Rhein Vikings machen in Köln zu viele Fehler

Nach vier Spielen ohne Niederlage muss sich der Handball-Drittligist beim Longericher SC mit 28:31 geschlagen geben.

Es war eine Situation, die symptomatisch für den Auftritt der Drittliga-Handballer des HC Rhein Vikings beim Longericher SC war: Beim Stand von 22:25 aus Wikinger-Sicht trat David Denert zum Siebenmeter an. „Konzentrier dich, David“, mahnte Coach Jörg Bohrmann von draußen. Doch der 27-Jährige scheiterte am glänzend aufgelegten Longericher Torhüter Valentin Inzenhofer.

An Denert wiederum lag die Niederlage keineswegs, das betonte auch Bohrmann nach dem Spiel. Der Linksaußen verwandelte ansonsten acht seiner neun Siebenmeter, traf insgesamt gar elf Mal. Dennoch ließ sich an diesem Fehlwurf der Auftritt der Gäste gut ablesen, die sich durch einfache Fehler um den Lohn brachten und am Ende nach vier Partien ohne Niederlage mit 28:31 (14:16) geschlagen das Spielfeld verlassen mussten. Zugleich verlor die Neuss-Düsseldorfer Spielgemeinschaft vorerst den Anschluss ans obere Tabellendrittel.

450 Zuschauer sorgten in Köln für eine lautstarke Derby-Kulisse, in der die Gastgeber schnell die Oberhand gewannen. „Wir machen vier technische Fehler in den ersten fünf Minuten“, ärgerte sich Bohrmann, Longerich zog auf 3:0 davon (4.). Einmal gelang den Neussern noch der Ausgleich zum 8:8 (15.), ansonsten liefen die Wikinger die gesamte Spielzeit über einem Rückstand hinterher. Vielleicht war es auch der Longericher Hexenkessel, der die Vikings zu unnötigen Ballverlusten trieb. Bohrmann jedenfalls konstatierte: „Du darfst dir nicht so viele Fehler erlauben, sonst bekommst du hinten wie vorne Unsicherheiten im eigenen Spiel.“ Insbesondere nach eigenen Gegentreffern gelang dem Zweitliga-Absteiger zu selten die postwendende Antwort.

Dennoch, und das arbeitetet auch der Coach positiv heraus, gaben die Vikings nie auf, hielten das Spiel bis zum Schluss offen. Rund zwei Minuten vor dem Ende war beim Zwischenstand von 29:28 für den LSC ein Punktgewinn immer noch möglich, es wäre jedoch letztlich ein schmeichelhafter Zähler gewesen.

Als sich beide Teams nach der Partie sportlich fair voneinander verabschiedeten, benötigte ein Longericher besonders viel Zeit: Bennet Johnen wechselte mit vielen seiner alten Weggefährten ein paar Worte. „Ich habe mich auf dieses Spiel gefreut“, bekannte der Kreisläufer, dem vier Treffer gelangen, „ich verstehe mich noch super mit den Jungs.“ So übernachtete Dennis Aust nach der Partie noch bei seinem ehemaligen Mitspieler. „Der Wechsel nach Longerich war für mich aber die richtige Entscheidung“, betonte Johnen, der seinen alten Verein dennoch weiterhin verfolge. So weilte er auch beim jüngsten Heimsieg über Schalksmühle im Hammfeld.

Von der Leistung gegen die Sauerländer waren die Wikinger in Köln jedoch weit entfernt. „Hier werden aber noch viele verlieren“, betonte Bohrmann die Heimstärke des LSC und dankte zugleich den eigenen Zuschauern für die Unterstützung in der Halle.

HC Rhein Vikings: Broy (Dreyer); Gipperich (4), Aust (3), Görgen (1), Schön, Skorupa (1), Weis (3), Becher (2/1), Handschke, Zimmermann (1), Schlichting (1), Denert (11/8), Eberlein (1), Klause, Ingenpass.