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28. Energie-Cross in Neukirchen trotzt selbst Doppel-Orkan und Corona.

Leichtathletik : Cross trotzt selbst Doppel-Orkan

Weder die Corona-Pandemie noch die seit Mittwoch im Lande wütendenden Sturmtiefs Ylenia und Zeynep können den 28. Energie-Cross der SG Neukirchen/Hülchrath am Samstag stoppen.

Unwetter in Deutschland: Sturmtief Ylenia sorgte schon am Donnerstag für Windspitzen bis 150 km/h, am Freitag soll Zeynep in Orkanstärke über das Land ziehen. Doch beim für die Austragung des 28. Energie-Cross‘ zuständigen Team der SG Neukirchen/Hülchrath haben die aktuellen Wetterkapriolen keinen Einfluss auf die Pulsfrequenz. „Wir sind ja zum Glück nicht an der See“, stellt Willy Helfenstein in aller Gelassenheit fest. Dass es beim Aufbau am Freitag regnen könnte, belastet ihn und seine Kollegen nicht wirklich. Im Gegenteil sogar: „Das ist gut für die Strecke.“ Er vertraut auf das von den Experten in Aussicht gestellte Schönwetterfenster am Samstag: „Es wird windig, bleibt aber trocken.“

Regen wäre auch deshalb fatal, weil die Veranstaltung als Reaktion auf die zwar sinkenden, aber nach wie vor hohen Infektionszahlen komplett unter freiem Himmel stattfindet. Die Sportanlage am Viehweg in Neukirchen wird damit zum Outdoor-Park. Nur die Harten kommen in den Garten. Helfenstein erinnert daran, „dass der Termin früher Ende Januar lag. Da gab‘s auch schon mal Schneeregen.“

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Der Mut, der Corona-Pandemie und der mit ihr verbundenen Absagenflut zu trotzen, hat indes bereits seine verdiente Belohnung erhalten. Denn bis zum Ende der Anmeldefrist am Mittwoch (Nachmeldungen vor den einzelnen Läufen sind diesmal nicht möglich) hatten sich genau 502 Läufer und Läuferinnen für Samstag angesagt. „Nur 2015, als wir noch die Kreismeisterschaften dabei hatten, lagen wir knapp drüber“, sagt Helfenstein, der sich und den Verein folglich bestätigt sieht, weiter auf die Karte „Cross“ zu setzen. „Die Zahlen steigen seit einigen Jahren wieder – wir arbeiten damit ein bisschen gegen den Trend.“

Denn eigentlich haben die von viel Show begleiteteten Extrem-Hindernisläufe wie der „StrongmanRun“ die klassischen Wettkämpfe durch Schlamm und Matsch fast in Vergessenheit geraten lassen. Überzeugte Crosser sind Puristen – und auch in Neukirchen zu 70 bis 80 Prozent in Vereinen organisiert. Ganz anders als zum Beispiel beim Citylauf in Grevenbroich, der am 10. Juni in seine sechste Auflage geht. „Da starten auch viele Schönwetterläufer, die brauchen Programm drumherum“, weiß Helfenstein.

Umso wertvoller ist darum im Winter der Einsatz von Leuten wie Christian Dömelt, Geschäftsführer der Leichtathletik-Abteilung der SG Neukirchen/Hülchrath, und dem nimmermüden Bernd Juckel. Sie rührten in den Vereinen mit Ausdauer und Esprit die Werbetrommel für den Energie-Cross – und präsentierten am Ende ein erstaunliches Ergebnis: „Wir haben mehr weibliche Starter als männliche“, sagt Helfenstein. „Vor allem bei den Jugendlichen haben die Frauen das Zepter übernommen.“ Ungewöhnlich mau sähe es dagegen bei den Schulen aus. „Das war dieses Jahr erwartungsgemäß schwierig. Sonst wäre das Teilnehmerfeld aber sogar noch größer geworden.“

Zum Sportlichen: Tom Thiemann (LG Münster), der 2020 (im Vorjahr fiel der Cross in Neukirchen wegen des Lockdowns aus) bei den Männern über 5100 Meter in 17:28 Minuten vor Leander Ihle (LAZ Rhein-Sieg/17:38) und Jan Eppelsheimer (LT DSHS Köln/18:02) gewann, fehlt am Samstag ebenso wie Klara Koppe (LG Münster), die über die gleiche Distanz bei den Frauen in 18:40 Minuten ihre Vereinskollegin Frederike Straeten (20:00) und Carmen Blameuser (LT DSHS Köln/20:57) auf die weiteren Plätze verwies. Dafür haben die Viertplatzierten gemeldet: Fabian Faulhaber (OSC Waldniel/18:06) bei den Männern und Sarah Seerden (LT DSHS Köln/21:07) bei den Frauen. Die Kreisfahne hoch halten unter anderem Bernd Czarnietzki und Ute Jenke (beide DJK Novesia).

Rund um den Lauf im Einsatz sind gut 25 ehrenamtlich tätige Helfer und Helferinnen. „Da sind wir von Corona, Gott sei Dank, verschont geblieben“, sagt Helfenstein.