Jüchen: 25 flauschige Mitbewohner

Jüchen: 25 flauschige Mitbewohner

Stefanie Wilson züchtet seit 20 Jahren Chinchillas. Einer ist der Star unter den flauschigen Nagern: George. Ihn bekam die Hochneukircherin aus den USA. In Europa sind Angora-Chinchillas wie George selten.

Eines ist sicher: Stefanie Wilson macht nachts keine Holzarbeiten. Aber die Frage "Sag mal, was machst du da eigentlich mitten in der Nacht?" hat sie immer mal wieder gehört. Vor allem früher, als sie ihre Chinchillas noch in einem anderen Raum hielt. Denn die nachtaktiven Nager können ganz schön Alarm machen. Da knabbern sie alles an, was nicht niet- und nagelfest ist.

Dabei gucken die flauschigen Tiere so unschuldig drein, als wollten sie sagen: Es ist doch nur ein bisschen Holz. Stefanie Wilsons Ihrer Begeisterung für die Pelztiere tut das keinen Abbruch. Sie züchtet Chinchillas und hat einen echten Star in ihrer Wohnung.

"George" heißt dieser und kommt aus Chicago. Per Flugzeug kam er einst aus der amerikanischen Metropole nach Hochneukirch. Es war ein Geschäft mit einem Züchter aus der Stadt im US-Bundesstaat Illinois. Was George so besonders macht: Er ist ein so genannter "Angora-Chinchilla". Dabei handelt es sich um einen Nager mit langem Haarkleid. "Ich bin die einzige deutsche Züchterin, die Angora Chinchillas in ihren Reihen hat", sagt Stefanie Wilson. Sieben sind es mittlerweile.

Die Begeisterung für Chinchillas wurde bei der Hochneukircherin schon früh geweckt. Stefanie Wilson war 15 Jahre alt und wollte ein Haustier haben. Das Problem: Sie hatte eine Allergie gegen Tierhaare. "Bei vielen Allergikern ist es aber so, dass sie auf Chinchillas nicht allergisch reagieren", sagt Wilson. Das war auch bei ihr der Fall. Mit einem Chinchilla-Pärchen begann sie ihre Zucht.

Heute hält sie 25 Nager, früher waren es einmal 50. Aus Zeitgründen musste sie ihre Zucht ein wenig reduzieren. "Aber ans Aufhören denke ich nicht", versichert die 35-Jährige. Das gefällt auch ihrem siebenjährigen Sohn Robin. Besonders frisch geborene Chinchilla-Babys – sie sind etwa handgroß – haben es dem Grundschüler angetan. Nachwuchs kann er mehrmals im Jahr bestaunen.

111 Tage tragen Chinchillas ihre Jungen. Doch nicht nur der Weg bis zur Geburt ist es, der Stefanie Wilson fasziniert. "Das gesamte Sozialverhalten der Tiere ist enorm spannend", sagt Wilson. Eines gibt sie Leuten, die Tiere aus ihrer Zucht kaufen, mit auf den Weg. "Chinchillas sind keine Kuscheltiere. Sie sind eher Tiere, deren Verhalten man wunderbar beobachten kann."

Auch davon, einen Chinchilla im Kinderzimmer zu halten, rät die erfahrene Züchterin ab. "Das könnte nachts zu laut sein", meint Wilson. Anders gesagt: Es könnte klingen, als mache da jemand Holzarbeiten. Doch hält man die Tiere artgerecht, seien sie eine echte Bereicherung.

(NGZ)