2. Liga Hockey: HTC SW Neuss beendet Saison in der Halle als Meister

Hockey : Die richtige Mischung führt zum Erfolg

Auf dem Weg zurück in die Erste Hallenhockey-Bundesliga setzte der HTC SW Neuss auf einen Mix aus Jung und Alt.

Am Montagmorgen war Matthias Gräber erstmal fix und alle. In den Knochen steckte dem Spielertrainer des Hockey-Zweitligisten HTC SW Neuss nicht nur die Meisterfeier nach dem 4:3-Erfolg in Bonn, die gleichzeitige Party des seit Sonntag 36 Jahre alten Torjägers Sebastian Draguhn und das bedeutungslose Match am Abend in Köln (3:10), sondern auch eine dicke Erkältung. „Männergrippe, ganz schlimm“, sagte er schmunzelnd.

Ob er an diesem Wochenende zum Abschluss der kurzen Hallensaison auflaufen kann, ist fraglich, für ihn aber auch unwichtig. „Wir haben unser Ziel mit dem Aufstieg schon erreicht – und es ist ja nicht so, als wäre die Truppe zwingend auf mich angewiesen.“ Das ist zwar nicht ganz korrekt, immerhin ist der 39-Jährige mit 16 Treffern der bislang beste Torschütze seiner Mannschaft, trifft aber im Grunde den Kern. „Die richtige Mischung macht’s“, bringt Gräber das Erfolgsrezept auf den Punkt: „Eine bunt gemischte Tüte. Wir haben die erste Fünf nie gleich gelassen, die Mannschaft in jedem Spiel danach aufgestellt, was gerade passt.“ Namen zählten dabei nicht. „Das war wahrscheinlich die erste Saison seit langem, in der wir sehr viel gewechselt haben.“

Dabei vertrauten die Coaches auf einen gesunden Mix aus Erfahrung und jugendlicher Frische: „Hinten spielte immer ein junger an der Seite eines älteren Spielers, vorne war stets mindestens ein junger, dynamischer Akteur dabei.“ Das sah in der Praxis in etwas so aus: Ivo Otto (30 Jahre), für den aktuell elf Treffer zu Buche stehen, und Carsten Merge (27), der nach seiner berufsbedingten Pause auf dem Feld eine bärenstarke Hallenrunde hinlegte, verteidigten im Wechsel mit Ben Dammer, Thore Langheinrich (beide 18) und Paul Nacken (23). Im Angriff lernten der bislang fünfmal erfolgreiche Tim Hagedorn und Samir Khelil (beide 19) vor allem von Gräber und Ex-Weltmeister Sebastian Draguhn (15 Tore), der auch im Winter seiner herausragenden Karriere noch immer enorm wichtig für das Team ist. Einen Schritt nach vorne machte der in der Liga längst etablierte und zudem erst 22-jährige Cedric Heimbach (10 Tore), die flexible Rotation rundeten Mario Stümpel (29) und nach der Weihnachtspause auch der lange verletzte Matthis Schäfer (25) ab. Eine feste Größe war Konstantin Hayner (20) im Kasten.

Immens wertvoll war für das junge Personal, dass ihm die Trainer auch in brenzligen Situationen das Vertrauen schenkte. Gräber: „So hat jeder, der mitgespielt hat, gesehen, dass er gebraucht wird. Die Jungen durften Fehler machen – und haben gesehen, dass auch wir Alten Fehler machen.“

Diese Erfahrung will der Coach nun aufs Feld übertragen. Weil es dort noch eine Menge zu tun gibt –  nach der Hinrunde trennen Schwarz-Weiß in der 2. Liga nur vier Punkte von einem Abstiegsplatz –, gönnt Gräber seinen Jungs nach der erfolgreichen Hallensaison nur eine kurze Pause. In der ersten Partie empfangen die Neusser am 18. April den nur einen Punkt vor ihnen liegenden DHC Hannover.