2. Hockey-Bundesliga: HTC SW Neuss kämpft um seine letzte Chance

Hockey : HTC kämpft um seine letzte Chance

Von den bislang vier Spielen der Rückrunde gewann der Hockey-Zweitligist aus Neuss nur das Match in Heimfeld. Holt Schwarz-Weiß am Wochenende gegen SW Köln und in Kahlenberg nicht sechs Punkte, ist das Thema Aufstieg durch.

In den bislang vier Spielen der Rückrunde blieb Hockey-Zweitligist HTC SW Neuss ungeschlagen – ganz nett, aber weil Schwarz-Weiß dabei nur in Heimfeld (7:2) voll punktete und sich gegen Gladbach (6:6), DSD Düsseldorf (4:4) sowie Hannover (3:3) mit zum Teil auch noch glücklichen Unentschieden begnügen musste, beträgt der Abstand auf Flottbek an der Spitze schon fünf Zähler. Für Spielertrainer Matthias Gräber ergibt sich daraus vor dem Doppelspieltag mit der Heimpartie am Samstag (16 Uhr) gegen Schwarz-Weiß Köln und der Auswärtsaufgabe am Sonntag (14 Uhr) beim kaum noch zu rettenden Schlusslicht Kahlenberger HTC diese logische Konsequenz: „Holen wir da nicht sechs Punkte, ist das Thema Aufstieg für uns durch.“

Im Vorfeld der Topspiele beim Großflottbeker THGC (1. Juni) und bei Blau-Weiß Köln (15. Juni) müssten die Neusser also erstmal ihre Pflicht erledigen. „Wir nennen es mal Hausaufgaben“, sagt Gräber, dem dabei freilich klar ist: „Gegen SW Köln wird’s schwer genug. Das ist eine ganz enge Kiste.“ Die in der Vergangenheit gerne auch mal hitzigen Schlachten mit dem Rivalen aus dem Kölner Stadtteil Niehl auf dem Feld und in der Halle sind legendär – und auch das Hinspiel ging für Neuss mit 2:3 verloren. Hätte der Motor der als Tabellenvierte nur einen Platz und drei Punkte schlechteren Domstädter nach der Winterpause nicht gestottert (nur einen Zähler aus den beiden Duellen mit Hannover), wären die Schützlinge von Trainer Christopher Jäkel sogar noch ein ernsthafter Kandidat auf den Meistertitel. Doch das ebenfalls in diesen Zeitraum fallende 3:3 gegen Flottbek zeigt, wie gefährlich dieser Gegner werden kann. Zudem sind die Kölner ihrem Kontrahenten einen Entwicklungsschritt voraus: Im Gegensatz zu den Neussern, die immer noch abhängig von Akteuren wie Sebastian Draguhn (26 Tore), Matthias Gräber, Tomasz Górny, Abbas Haider und Ivo Otto sind, haben sie den Generationswechsel bereits mit Erfolg vollzogen. Führungskräfte wie Eckenspezialist Marius Gemmel (26) oder Kapitän Lucas Bachmann (21) sind oder kommenden erst noch ins beste Hockey-Alter. Gräber fasst zusammen: „Das ist eine vor allem unangenehme und gewachsene Mannschaft.“

Umso mehr Gewicht erhält seine Forderung: „Wir dürfen in der Verteidigung nicht mehr so leichtfertig agieren, alle elf Mann müssen mitmachen.“ Und im Angriff wäre eine höhere Effektivität von unschätzbarem Vorteil – auch und gerade bei Ecken.

Um nachhaltiger an den erkannten Defiziten arbeiten zu können, standen unter der Woche drei Trainingsabende auf dem Pflichtprogramm. Dass daran bis auf den mal wieder für die polnische Nationalmannschaft aktiven Jacek Kurowski und Sebastian Draguhn (krank) alle Akteure teilnahmen, zeigt, dass die Mannschaft will. Um das Wochenende wirklich perfekt zu machen, fehlte dann noch ein Sieg am Sonntag in Mülheim beim  Kahlenberger HTC. Für das von Tim Leusmann trainierte Schlusslicht gab es zuletzt gegen SW Köln (2:6) und Flottbek (1:5) nichts zu bestellen. Der bislang einzige Saisonsieg datiert vom 14. Oktober – ein 4:3-Erfolg auf heimischer Anlage über Gladbach. Das Hinspiel gewann Neuss mit 6:2.