Handball : Gegen Dessau hilft nur ein Sieg weiter

Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen erwartet am Samstagabend im Bayer-Sportcenter den Tabellennachbarn Dessau-Roßlauer HV.

Es ist eine Blaupause des vergangenen Spieltags: Noch nie haben sich TSV Bayer Dormagen und Dessau-Roßlauer HV in einem Pflichtspiel gegenüber gestanden. Wenn sie es am heutigen Samstagabend (19.30 Uhr) im Bayer-Sportcenter zum ersten Mal tun, ist es ein Duell unter Tabellennachbarn (Dormagen 17. mit 11:19 Punkten, Dessau 14. mit 12:18) – alles genau wie vor Wochenfrist bei der Begegnung mit dem HC Elbflorenz Dresden auch.

Gegen eine Blaupause des Ergebnisses – die Dormagener setzten sich mit 24:23 durch – hätte im Bayer-Lager niemand etwas einzuwenden. Und das nicht nur mit Blick auf die Tabelle, die vier Spieltage vor Ende der ersten Halbserie einen nie dagewesenen Abstiegskampf ausweist: Den TV Emsdetten auf Rang neun trennen gerade mal vier Pluspunkte vom Wilhelmshavener HV auf Platz 18. Der TSV Bayer braucht aus diesen vier Spielen (gegen Dessau, in Rimpar, gegen Nordhorn, bei den Rhein Vikings) mindestens zwei Siege, um die Hinrunde halbwegs im Soll zu beenden. Die dann 15 Zähler wären genau die Hälfte jenes Punktekontos, das man am Saisonende auf jeden Fall zum Klassenerhalt benötigt – falls die ominösen 30 Punkte in dieser Saison dazu überhaupt ausreichen.

Da hat keiner etwas zu verschenken. „Wir müssen uns beweisen gegen eine kampfstarke Mannschaft, die nicht aufgibt und dafür bekannt ist, dass sie auch höhere Rückstände aufholen kann,“ sagt Ulli Kriebel über die Schützlinge seines Kollegen Uwe Jungandreas, der mit seinen 56 Jahren der mit Abstand älteste und erfahrenste unter den 20 Zweitliga-Trainern ist. Die Gäste haben von ihren letzten sieben Spielen nur eins (!) verloren – das am vergangenen Wochenende mit 28:31 gegen den EHV Aue. Allerdings haben sie im gleichen Zeitraum auch nur zwei gewonnen – am 13. Oktober mit 24:22 in Dresden und am 4. November mit 27:17 gegen die Rhein Vikings. Die restlichen vier Partien (in Rimpar, in Nordhorn, gegen Lübbecke und in Emsdetten) endeten Unentschieden. Der Sieg in Dresden ist der bisher einzige in fremder Umgebung. Doch das muss mit Blick auf den heutigen Abend nicht viel bedeuten, schließlich haben die Dormagener in eigener Halle auch erst zwei Spiele (25:22 gegen Wilhelmshaven, 24:23 gegen Hamm) gewonnen. Alles andere als eine Abwehrschlacht mit knappem Ausgang (oder gar einem Unentschieden) wäre unter diesen Vorzeichen eine echte Überraschung.

In der die Hausherren auf zwei Spieler verzichten. Joshua Reuland „hat seit Wochen muskuläre Probleme und muss jetzt ein Spiel pausieren,“ sagt Kriebel. Vielleicht lockert das nicht nur die Muskulatur, sondern auch die Blockade im Kopf des Linksaußens, dessen Trefferquote bei gerade mal 50,6 Prozent (38 Tore aus 75 Versuchen) liegt – die schlechteste Quote aller Dormagener, allerdings sind ihm Daniel Eggert (51,2) und Lukas Stutzke (52,1) dicht auf den Fersen. Da Tyron Hartmann zwar wieder im Training, aber noch nicht einsatzfähig ist, soll Eloy Morante Maldonado auf Linksaußen rücken, wo der Junioren-Nationalspieler zuletzt bereits häufiger zu finden war. Und Lars Jagieniak gibt im Spitzenspiel der 3. Liga West gegen die SG Schalksmühle-Halver seinen Einstand im Trikot der HSG Krefeld, an die der Kreisläufer per Zweitspielrecht ausgeliehen wurde.

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