Handball : In Dormagen ist jetzt schon Aschermittwoch

Bei der 25:26-Niederlage im Aufsteigerduell beim TuS Ferndorf verspielt Handball-Zweitligist Bayer Dormagen einen 24:21-Vorsprung.

In der Nachbarschaft wurde ausgelassen der Beginn der Session gefeiert, bei den Handballern des TSV Bayer Dormagen herrscht jetzt schon Katerstimmung wie an Aschermittwoch. Zwei Tage nach der 25:27-Niederlage (Halbzeit 10:12) gegen die HBW Balingen-Weilstetten kassierte der Handball-Zweitligist am Sonntagnachmittag eine 25:26-Niederlage (Halbzeit 13:13) im Aufsteigerduell beim TuS Ferndorf und brachte dabei das Kunststück fertig, in den letzten sieben Minuten eine Drei-Tore-Führung zu verspielen.

„Da fehlen mir die Worte,“ gab Trainer Ulli Kriebel nach der sechsten Niederlage in Folge zu. In seinen Augen hatte der TSV gestern vor 1047 Zuschauern in der Sporthalle Stählerwiese „55 Minuten fast alles richtig gemacht – und dann machen wir in der entscheidenden Phase solche Fehler.“ 24:21 führten die Gäste, nachdem der überragende Eloy Morante Maldonado mit dem siebten seiner insgesamt acht Treffer das 24:21 erzielt hatte.

Doch dann häufen sich wie schon mehrfach in dieser Spielzeit Pleiten, Pech und Pannen. Dem im ersten Durchgang starken Nuno Rebelo unterlaufen drei Fehlabgaben, die Ferndorf nutzt, um durch Jonas Faulenbach und Lukas Zerbe (2) bis drei Minuten vor Schluss auszugleichen. Wobei die Hausherren auch von einer Zeitstrafe profitieren, die sich Lukas Stutzke (saß am Freitag wegen Erkältung nur auf der Tribüne) einhandelt, als er im Zurücklaufen Zerbe umstößt (56.). Julius Lindskog Andersson bringt die Siegerländer erstmals seit der 46. Minute (21:20) wieder in Führung, die Eloy Morante Maldonado 48 Sekunden vor Schluss noch einmal ausgleicht. Doch es das reicht nicht zum Punktgewinn, weil Junioren-Nationalspieler Mattis Michel elf Sekunden vor dem Abpfiff zum 26:25 trifft.

„Es fehlt der letzte Punch in der Schlussphase, so wie ihn Ferndorf hatte,“ versuchte sich Kriebel an einer Analyse und fordert von seinen Schützlingen: „Aus den Jungs müssen jetzt Männer werden.“ Ob das reicht, um sich aus dem Abstiegsschlamassel zu befreien, darf bezweifelt werden. Nachdem die Konkurrenz gestern punktete – Großwallstadt schlägt Aue 32:24, Hagen setzt sich in Lübeck  25:21 durch, Dessau trotzt Erstliga-Absteiger TuS N-Lübbecke beim 24:24 einen Zähler ab – beträgt der Abstand zum rettenden Ufer bereits vier Punkte. Und weil der HC Elbflorenz mit dem 32:22 über die Rhein Vikings seinen zweiten Saisonsieg feierte, ist der vorletzte Tabellenplatz nur noch einen Punkt entfernt.

Business as usual hilft in dieser Situation nicht weiter. Nur was einer an sich guten Mannschaft dazu verhilft, sich dafür auch mal zu belohnen, das ist die spannende Frage. Eine Antwort sollte möglich bis Sonntag, 17 Uhr, gefunden werden – dann kommt der ASV Hamm-Westfalen ins Bayer-Sportcenter, der gestern dem Wilhelmshavener HV eine derbe 34:20-Abfuhr erteilte.

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