2. Handball-Bundesliga TSV Bayer Dormagen

Handball: Am Höhenberg soll wieder Ruhe einkehren

Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen reist schon am Freitag zum Gastspiel beim VfL Lübeck-Schwartau gen Norden.

Lange Busfahrten sind oft hilfreich, um sich (wieder) zusammen zu raufen. Insofern kommt das Gastspiel beim VfL Lübeck-Schwartau am Samstag (19 Uhr) dem TSV Bayer Dormagen gar nicht so ungelegen. Schließlich sind es vom Höhenberg bis zur Lübecker Hansehalle genau 476 Kilometer, weshalb der Handball-Zweitligist die viertweiteste Auswärtsfahrt der Saison bereits am Freitag antritt – mit einer Zwischenübernachtung in Hamburg-Bergedorf.

Bis dahin, hofft Björn Barthel, sollten sich die Wogen geglättet haben, die rund um die Entscheidung, den zum Saisonende auslaufenden Vertrag mit Trainer Ulli Kriebel nicht zu verlängern und stattdessen in Dusko Bilanovic einen hauptamtlich tätigen Übungsleiter zu verpflichten, wieder geglättet haben. Die Spieler, sagt der Handball-Geschäftsführer, hätten die Neuigkeit am Dienstagabend sachlich aufgenommen. Er selbst möchte sie auch nicht weiter kommentieren. Für ihn ist das wichtigste, „dass das Binnenverhältnis zwischen Mannschaft und Trainer intakt ist,“ und das ist in seinen Augen aktuell der Fall.

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Bei 7:9 Punkten aus den ersten acht Punktspielen seit dem Zweitliga-Aufstieg gibt es sportlich gesehen auch wenig Grund zu Meckern. Ob der Neuling diese Bilanz am Wochenende aufbessern kann, ist offen. „Natürlich ist Lübeck der Favorit,“ sagt Barthel, „aber in dieser Liga scheint grundsätzlich alles möglich zu sein.“ Tatsächlich entpuppt sich die „stärkste Zweite Liga der Welt“ auch als die „engste Liga der Welt“, trennen den Tabellenachten HSG Nordhorn nach acht Spieltagen gerade mal vier Punkte vom Siebzehnten, dem TV Großwallstadt, nachdem sich beide Klubs im Nachholspiel am Mittwochabend mit einem 23:23-Unentschieden voneinander trennten. Und auch zwischen den als einer der Mitfavoriten auf den Aufstieg gehandelten Lübeckern und dem TSV Bayer Dormagen liegen nur drei Tabellenplätze und ebenso viele Zähler. Bei einem Dormagener Sieg in der „Hansehölle“ wäre es nur noch einer.

Dort ist der Tabellendritte des Vorjahres nach seinen Siegen über Balingen (25:22), Dessau (30:24), Rhein Vikings (24:19) und Aue (30:22) allerdings noch ohne Verlustpunkt. Und auch die Bilanz spricht eindeutig für den VfL. Von 16 Aufeinandertreffen seit 1993 gewann der TSV sechs, eines endete Unentschieden. Der letzte Dormagener Sieg liegt allerdings noch gar nicht so lange zurück: Am 6. Dezember 2015 setzten sich die Bayer-Handballer vor 1573 Zuschauern mit 24:22 in der Hansehalle durch – es war in der Abstiegssaison 2015/16 einer von nur drei Auswärtssiegen. Mit dabei auf Dormagener Seite und mit drei Toren vom Siebenmeterpunkt erfolgreich war Sebastian Damm. Der 23 Jahre alte Linksaußen trägt im dritten Jahr das Trikot des VfL Lübeck-Schwartau, trifft am Samstag aber nur noch auf drei Spieler, die er aus seiner Zeit  im Bayer-Trikot kennt: Patrick Hüter, Sven Bartmann und Lukas Stutzke. Das 24:22 ist freilich nicht der einzige Dormagener Sieg in der Hansehalle: 1996 gab es dort ein 15:12 – so lauten heute meist die Halbzeitergebnisse.

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