Handball : Der Neue heißt Dusko Bilanovic

Der gebürtige Serbe, seit einem Vierteljahrhundert im deutschen Handball zuhause, wird zur neuen Saison Nachfolger von Ulli Kriebel auf der Bank des TSV Bayer Dormagen. Zuletzt war der 47-Jährige Interimstrainer bei der HSG Krefeld.

Da hat die Handball-Szene ausnahmsweise mal dicht gehalten: Als Björn Barthel am Dienstagabend die Spieler des TSV Bayer Dormagen darüber informierte, wer zur neuen Saison ihr Trainer sein wird, war dies tatsächlich eine Neuigkeit – anders als vier Tage zuvor im Falle der Nicht-Vertragsverlängerung von Ulli Kriebel, die sich da bereits herumgesprochen hatte.

Dusko Bilanovic heißt der neue Mann, der im Juli 2019 möglichst einen Zweitligisten übernehmen soll. Der 47-Jährige gilt als „Wunschkandidat“ von Barthel und dem dreiköpfigen sportlichen Kompetenzteam des TSV. Mehr möchte der Dormagener Handball-Geschäftsführer zur Personalie nicht sagen, „das wäre unfair gegenüber Ulli Kriebel, der ja bis zum Saisonende unser volles Vertrauen genießt.“

Eine wirkliche Überraschung ist die Verpflichtung von Bilanovic nicht. Gute Handball-Trainer sind rar in Deutschland, und der gebürtige Serbe, der seit einem Vierteljahrhundert in Deutschland lebt und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, gilt als solcher. Das hat er zuletzt als Nachfolger des zurückgetretenen Olaf Mast bei der HSG Krefeld bewiesen, mit der er aus 16 Drittliga-Spielen der vergangenen Saison 24:8 Punkte holte, darunter ein 30:30-Unentschieden in Dormagen. Weil sich die Krefelder aber schon vorher für Ronny Rogawska als neuen Coach entschieden hatten, blieb Bilanovic ohne Engagement.

Bilanovic verfügt als Spieler über viel Erfahrung in Erster und Zweiter Liga, stand unter anderem beim VfL Pfullingen, HSG Wetzlar, MT Melsungen, SG Wallau-Massenheim, Wilhelmshavener HV und TV Emsdetten unter Vertrag. In seiner Heimat spielte er von 1985 bis 1991 bei Roter Stern Belgrad, bevor er über GD Modena (Italien) und JC Cherbourg (Frankreich) nach Deutschland fand. Trainerstationen des 47-Jährigen, der 2004 an der Sportakademie Belgrad den Abschluss zum „höheren Sporttrainer“ ablegte, waren der OHV Aurich (von 2008 bis 2013), ART Düsseldorf (2015/16) und der HSC Norderstedt/Henstedt-Ulzburg. Den führte er nach dem Abstieg aus der Zweiten Liga souverän auf Platz eins der Dritten Liga Nord, musste aber vorzeitig seinen Hut nehmen, weil die Spielgemeinschaft Insolvenz anmeldete. Bilanovic lebt in Aurich, wird aber mit Beginn seines hauptamtlichen Engagements beim TSV Bayer – der Vertrag gilt für zwei Jahre – nach Dormagen umziehen. Eher ungewöhnlich in der Handballszene: Ehefrau Marja, mit der er zwei Kinder (Tochter Jana, Sohn Marko) hat, ist Bildhauerin. „Es ist schön, wenn man zu Hause über andere Themen als Handball sprechen kann. Bei meiner Familie kann ich abschalten und auf andere Gedanken kommen,“ sagte er 2017 im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt.

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