Handball : Irres Spiel mit toller Stimmung

TSV Bayer Dormagen und TuSEM Essen brennen beim 34:35 ein selten gesehenes Offensivfeuerwerk ab.

Das 33. Derby zwischen TSV Bayer Dormagen und TuSEM Essen wird in die Geschichtsbücher beider Klubs eingehen. Es war die bisher torreichste Auseinandersetzung zwischen beiden Klubs in Erster und Zweiter Liga, es war die von der Offensivkraft her am intensivsten geführte, kurz: „Das Spiel hatte alles, was ein Derby ausmacht,“ fasste TuSEM-Trainer Jaron Siewert 60 Minuten zusammen, in denen 1328 begeisterten Zuschauern gleich welchen Lagers angesichts von 69 Toren Hören und Sehen verging.

Dass am Ende die Gäste eines mehr davon erzielten, sah Siewert als „durchaus glücklich“ an. Zumal die Dormagener mehrfach die Chance besaßen, zumindest den Ausgleich zu erzielen. Am Ende haderten die Hausherren auch ein bisschen mit den ansonsten sehr gut leitenden Unparteiischen Fratczak/Ribeiro, denn sie beließen den Essenern 41 Sekunden (!) Zeit, den letzten Angriff der Partie herunterzuspielen. Allein 17 Sekunden vergingen, nachdem sie den Arm zum „Zeitspiel“ gehoben hatten.

Dass Luca Witzke diese 17 Sekunden im Alleingang bestritt, war bezeichnend, denn der Junioren-Nationalspieler war der überragende Mann auf Essener Seite (12 Tore) und zusammen mit dem von den Füchsen Berlin ausgeliehenen Tom Skroblien (13/4) bester Torschütze in einer Partie, in der beide Mannschaften weitgehend auf eine Deckungs- und vor allem auf eine Torhüterleistung „verzichteten“. Unverdient war der insgesamt 19. Sieg der Gäste freilich nicht, „wir haben zwei, drei Fehler mehr gemacht als die Essener,“ befand Mittelmann Benjamin Richter, stellte aber auch unwidersprochen fest: „Zwei Minuten länger und wir hätten das Ding gewonnen.“ TuSEM, das mit dem 35:34 den sechsten Sieg in Folge feierte und nur am zweiten Spieltag in Dessau verlor, bleibt damit schärfster Verfolger von Spitzenreiter HSC Coburg. Für Siewert, mit 24 Jahren der jüngste Bundesliga-Trainer aller Zeiten, nur eine „schöne Momentaufnahme.“

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Doch in dieser Verfassung ist den Essenern der Aufstieg durchaus zuzutrauen. „Die sind genau ein Jahr weiter als wir,“ sagt Bayers Handball-Geschäftsführer Björn Barthel – was immer das für die Dormagener Zukunft  heißen mag.