2. Handball-Bundesliga TSV Bayer Dormagen verliert in Konstanz

Handball : TSV Bayer Dormagen rutscht in Abstiegszone

Stark ersatzgeschwächter Handball-Zweitligist kämpft, muss sich aber bei Aufsteiger HSG Konstanz mit 28:31 geschlagen geben.

Jetzt steht der TSV Bayer Dormagen da, wo er nun gar nicht hin wollte in dieser Saison in der Zweiten Handball-Bundesliga: in unmittelbarer Nähe zur Abstiegszone. Weil er nach der Partie in Krefeld auch das zweite Gastspiel bei einem Aufsteiger mit 27:30 (Halbzeit 15:16) bei der HSG Konstanz verlor, trennen ihn nur noch zwei Punkte von seinem jüngsten Gegner – und der ist Vorletzter vor der nach ihrer 19:31-Schlappe beim TV Hüttenberg nun endgültig abgeschlagenen HSG Krefeld.

Die Gründe für die sechste Saisonniederlage waren freilich andere als beim Lokalduell vor einem Monat. Ließen es die Dormagener in Krefeld an der Einstellung vermissen, bewegten sie sich vor 1150 Zuschauern in der ausverkauften Schänzle-Sporthalle kämpferisch und spielerisch durchaus auf Augenhöhe mit den Gastgebern, die dort auch schon den VfL Lübeck-Schwartau und den EHV Aue besiegt und dem ASV Hamm einen Punkt abgetrotzt hatten.

Am Samstagabend fehlte es schlicht und einfach am Personal. „Natürlich wussten wir, dass es nicht leicht sein wird, in Konstanz zu gewinnen,“ sagte Trainer Dusko Bilanovic, „aber mit nur neun Feldspielern war es natürlich noch schwieriger.“ Wobei ihm in den letzten 18 Spielminuten sogar nur noch acht Feldspieler zur Verfügung standen, nachdem die Unparteiischen Daniel Jansen und Lucas Hellbusch Patrick Hüter nach einer Abwehraktion gegen Fynn Beckmann in Höhe des Anwurfkreises mit einer Roten Karte auf die Tribüne verbannt hatten. Nun ist der Dormagener Mannschaftskapitän sicher kein Kind von Traurigkeit, doch in diesem Fall fiel die Bestrafung eindeutig zu hart aus und beraubte Bilanovic einer weiteren seiner wenigen Wechselmöglichkeiten.

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„Hut ab, wie unser dünner Kader gekämpft und immer wieder versucht hat, das Spiel umzudrehen,“ meinte der Trainer, der zu den bereits bekannten Ausfällen von Ian Hüter, Heider Thomas, Pascall Noll und Nuno Rebelo auch noch auf Jan Reimer (verletzte sich am Donnerstagabend beim 31:20-Sieg der Zweitvertretung über TK Nippes) und Julian Köster verzichten musste, der zwar die Reise nach Konstanz mitmachte, aber sich am Nachmittag mit starker Erkältung abmeldete. „Wir haben sicher davon profitiert, dass Dormagen nicht vollzählig war,“ sagte HSG-Trainer Daniel Eblen und sah als zweiten entscheidenden Faktor die Unterstützung von der Tribüne an: „Es gab heute viele Situationen, in denen wir das Publikum gebraucht haben.“ Dritter entscheidender Faktor war der nach der Pause zwischen die Pfosten gewechselte Maximilian Wolf, der in dreißig Minuten zehn Bälle abwehrte – zwei mehr als das Dormagener gespann Bartmann/Boieck während der gesamten Spielzeit. Insgesamt endete das Torhüterduell 8:16 aus Sicht des TSV Bayer – nicht zum ersten Mal in dieser Saison, die einen ganz anderen Verlauf zu nehmen droht, als sie es sich am Höhenberg erhofft hatten.


Konstanz: Haßferter (ab 31. M. Wolf); Stotz, Schleich (3), Hild (2), T. Wolf (6/1), Wiederstein (5), Kaletsch (1), Krüger (1), Maier-Hasselmann (5/1), Beckmann, Jud (2), Wendel (6).
Dormagen: Bartmann (27. - 47. Boieck; Reuland (5/2), Meuser (4), Richter, Löfström (6), P. Hüter, Braun (n.e.), Morante Maldonado (7), Sterba (2), Grbavac (4/1).

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