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2. Handball-Bundesliga TSV Bayer Dormagen unterliegt beim EHV Aue 29:32

Handball : Handball-Jahr war genau ein Spiel zu lang für den TSV Bayer

Schwache Wurfquote aus dem Rückraum führt zur Dormagener 29:32-Niederlage beim EHV Aue. Trainer Dusko Bilanovic zieht dennoch positives Fazit.

Das Handball-Jahr 2019 war genau ein Spiel zu lang für den TSV Bayer Dormagen. Vor 1932 Zuschauern in der Lößnitzer Erzgebirgshalle bot der als „die“ positive Überraschung der Hinrunde angereiste Zweitligist zum Rückrundenstart eine seiner schwächeren Leistungen und musste sich deshalb dem EHV Aue nicht unverdient mit 29:32 (Halbzeit 14:14) geschlagen geben.

Die Gastgeber blieben damit im sechsten Heimspiel in Folge ungeschlagen und nahmen erfolgreich Revanche für die 25:35-Schlappe im Hinspiel. Auch da hatte es zur Pause 14:14 gestanden. Doch während sich die Dormagener Ende August im zweiten Durchgang in einen Rausch spielten, lief am Freitagabend nicht allzu viel zusammen auf Seiten der Gäste, die bereits im ersten Durchgang etliche Tormöglichkeiten vergeben, aber davon profitiert hatten, dass der EHV Aue gleichfalls viele Fehler in der Vorwärtsbewegung produzierte.

Das Bild sollte sich nach der Pause ändern. Die Dormagener offerierten einen Tag nach Weihnachten weiterhin fleißig Gastgeschenke, die Aue dankend annahm. Vor allem der Rückraum wirkte müde und überspielt, nur acht Toren von diesen Positionen standen 17 (!) Fehlwürfe entgegen.

Dem eine Woche zuvor in Lübeck mit acht Toren aus acht Würfen noch so starken André Meuser glückte wenig (zwei Treffer aus sieben Versuchen), bei Ante Grbavac (drei aus neun) und Julian Köster ((null aus vier) lief es nicht besser. „Unser junges Team spielt eine glänzende Saison. Da kann es nicht zuletzt nach diesen Reisestrapazen in der Weihnachtswoche dazu kommen, dass es einmal nicht so gut läuft,“ nahm Walter Haase, „graue Eminenz“ im sportlichen Kompetenzteam des TSV und mit ins Erzgebirge gereist, den jüngsten Rückraum der Liga in Schutz. Schließlich hatten die Bayer-Handballer zu den Partien in Lübeck und Aue mehr als 2000 Kilometer im Mannschaftsbus hinter sich.

Das war zu spüren. Sieben Minuten und 43 Sekunden gelang den Dormagenern nach Wiederanpfiff kein Tor, was die Hausherren nutzten, um sich vorentscheidend auf 18:14 abzusetzen. „Es war sicher mitentscheidend, dass wir Dormagen nach der Pause eine Viertelstunde lang auf drei Tore halten konnten,“ sagte EHV-Trainer Stephan Swat, dessen Schützlinge nach 44 Minuten mit 23:17 in Führung lagen.

Ohne Durchschlagskraft aus dem Rückraum blieb auch das große Aufbäumen aus, mit dem der TSV zuletzt die Spiele gegen Elbflorenz (27:24 nach 15:18), in Hüttenberg (27:26 nach 12:19), gegen Bietigheim (33:30 nach 23:26) und in Lübeck (32:28 nach 22:22) noch zu seinen Gunsten gedreht hatte. Einem Kraftakt von Patrick Hüter (zwei Treffer in der Schlussminute) war es zu verdanken, dass die Niederlage nicht deutlicher ausfiel.

Angesichts von zuletzt acht Spielen in sieben Wochen gehen solche Aufholjagden offensichtlich irgendwann an die Substanz. „Die Spieler brauchen jetzt die Pause“, stellte Dusko Bilanovic fest. Der Trainer, der seit seinem Dienstantritt am 14. Januar 2019 in 36 Meisterschaftsspielen 18 Siege, zwei Unentschieden und 16 Niederlagen einfuhr (davon zehn Siege und acht Niederlagen in der laufenden Spielzeit) zog dennoch ein positives Fazit: „Ich bin trotz der Niederlage stolz auf meine Mannschaft, die sich in dieser Saison hervorragend entwickelt hat.“

Schließlich „überwintern“ die Dormagener mit 20:16 Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz – sechs Plätze besser als das vor Rundenbeginn ausgegebene offizielle Saisonziel. Weiter geht es nach der EM-Pause am 2. Februar (Sonntag 17 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den HSV Hamburg.