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2. Handball-Bundesliga TSV Bayer Dormagen erwartet TV Emsdetten

Handball : Gegen Emsdetten ging es schon oft um alles

Die Handballer des TSV Bayer Dormagen stehen am Freitag vor dem vielleicht wichtigsten Spiel der Saison: Bei einer Niederlage gegen den TV Emsdetten würde der so gut gestartete Zweitligist in die Abstiegszone durchgereicht. Die Konstellation ist nicht neu aus Dormagener Sicht.

Die Tabelle lügt nie, doch mitunter verleitet sie zu trügerischer Sicherheit. So wie im Falle des TSV Bayer Dormagen und der Zweiten Handball-Bundesliga. Auf Platz neun mit 22:22Punkten ist scheinbar alles im Lot beim Vorjahresaufsteiger. Doch nach drei Niederlagen in Folge gerät ist nicht nur der einstellige Tabellenplatz in Gefahr geraten, es droht der Sturz in die Zone der akut abstiegsgefährdeten Mannschaften.

Die ist nämlich nicht mehr allzu weit entfernt. Bis zum TV Hüttenberg auf Rang 15, dem letzten Tabellenplatz, der ganz sicher ein weiteres Jahr in der Zweiten Liga garantiert, sind es fünf Zähler, selbst der Relegations- und der erste Abstiegsplatz sind nur noch sieben Punkte entfernt. Und es droht weiteres Ungemach, um das zu erkennen genügt ein Blick auf den Spielplan: Am Freitag (19.30 Uhr, Bayer-Sportcenter) kommt der TV Emsdetten – und der Tabellenvorletzte hat mit dem Trainerwechsel von Daniel Kubes auf Aaron Ziercke zur Aufholjagd geblasen, dessen erste Etappe mit einem 31:27-Sieg über den als Tabellenzweiten angereisten ASV Hamm erfolgreich absolviert wurde.

Danach (Freitag, 6. März, 20 Uhr) geht es zum Spitzenreiter HSC Coburg, anschließend (Samstag, 14. März, 19.30 Uhr) kommt die HSG Krefeld ins Sportcenter. Der Aufsteiger hat immer noch nur zwei Pluspunkte auf seinem Konto – errungen am 11. Oktober durch einen 30:26-Sieg über den TSV Bayer Dormagen. Mit welchem Selbstvertrauen die Bayer-Handballer in dieses Spiel gehen werden, wenn sie zuvor fünf Niederlagen in Folge kassiert haben – das mag sich am Höhenberg niemand gerne ausmalen.

Die Partie gegen den TV Emsdetten wird also zum Schlüsselspiel. Das ist aus Dormagener Sicht nichts Neues. Während sich nur noch Veteranen an das „Wunder von Emsdetten“ erinnern, mit dem der TSV Bayer 1983 den Weg zum ersten Aufstieg in die Zweite Liga ebnete, sind die Relegationsspiele von 2010 unvergessen. Der TSV (damals ohne Bayer im Vereinsnamen) traf als Drittletzter der Bundesliga auf Zweitliga-Vizemeister TV Emsdetten – und blieb nach einem 27:23-Heimsieg (vor 2432 Zuschauern) dank einer 26:29-Niederlage in der mit 3500 Zuschauern ausverkauften Sporthalle Berg Fidel in Münster erstklassig.

Manchmal wiederholt sich Geschichte eben doch. Sowohl beim „Wunder von Emsdetten“ – zum Rückspiel, das sie dank eines Trefers von Heinz Baldus 13 Sekunden vor dem Abpfiff mit 16:15 gewannen, womit sie die 14:15-Hinspiel-Niederlage wettmachten, waren die Bayer-Handballer nur mit einem Torhüter und acht Feldspielern angereist – als auch in der Relegation stand den Dormagener nur ein extrem ausgedünnter Kader zur Verfügung. Im Rückspiel saßen neben Trainer Kai Wandschneider und den Torhütern Vitali Feshchanka und Jens Vortmann nur acht Spieler auf der Bank, darunter der erst am Vortag reaktivierte, bereits 41 Jahre alte Gennadij Chalepo.

Wer Trainer Dusko Bilanovic am Freitag zur Verfügung steht, wird sich erst kurzfristig entscheiden – am Samstag in Lübbecke waren es auch nur acht Feldspieler. Für seine Kabinenansprache könnte er sich bei Kai Wandschneider bedienen. Der stellte nämlich nach der erfolgreichen Relegation fest: „Alle Spieler sind an ihre Grenzen gegangen – einige auch darüber hinaus.“