2. Handball-Bundesliga TSV Bayer Dormagen erwartet DJK Rimpar

Handball : Mathematik ist Bilanovics Sache nicht

Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen möchte seine „Hausaufgaben“ im Kampf um den Klassenerhalt aus eigener Kraft lösen. Ein Sieg am Freitag gegen die DJK Rimpar wäre der erste und vielleicht schon entscheidende Schritt dazu.

Den Taschenrechner hat Dusko Bilanovic im noch heimischen Aurich gelassen. „Mit Mathematik möchte ich mich gar nicht beschäftigen,“ sagt der 47 Jahre alte Handball-Lehrer, „ich bin froh, dass ich das mit Ende meiner Schulzeit hinter mir habe.“

Damit das bis zum letzten Spieltag der Zweiten Handball-Bundesliga am 8. Juni so bleibt, hat der Trainer des TSV Bayer Dormagen eine Devise ausgegeben, die denn doch ein bisschen an die Schulzeit erinnert: „Wir müssen einfach unsere Hausaufgaben machen. Wenn wir das tun, brauchen wir nicht zu rechnen.“ Tatsächlich sind die Dormagener in der Lage, ein Happy-End im Kampf um den Klassenerhalt aus eigener Kraft herbeizuführen. Von den insgesamt sieben abstiegsgefährdeten Teams trifft das ansonsten nur noch auf den TV Emsdetten und den HC Elbflorenz zu – den anderen reichen unter Umständen nicht mal drei Siege aus den verbliebenen drei Saisonspielen, um am 8. Juni über dem Strich zu stehen (wobei einige auch noch in direkten Duellen aufeinandertreffen).

Die Rechnung ist ganz einfach: Wer 31 Pluspunkte auf seinem Konto hat, bleibt Zweitligist, egal, wie die anderen spielen. Dem TV Emsdetten fehlen dazu noch zwei, dem TSV Bayer Dormagen drei und dem HC Elbflorenz vier Zähler. Das heißt im Klartext: Zwei seiner drei Spiele darf der TSV Bayer nicht verlieren. Das sind die beiden vor heimischem Publikum, am heutigen Freitagabend (19.30 Uhr) gegen die DJK Rimpar Wölfe und am 8. Juni (18 Uhr) gegen die schon als Absteiger feststehenden Rhein Vikings. Denn das der Aufsteiger am 1. Juni (18 Uhr) im Nordhorner Euregium punktet, wenn die gastgebende HSG Nordhorn-Lingen dort nach dem Schlusspfiff möglicherweise die Rückkehr in die Erste Liga feiern kann, daran glauben selbst allergrößte Optimisten nicht.

Mit Blick auf die beiden Heimaufgaben von einem Selbstläufer zu sprechen, wäre allerdings fatal. Gegen die Rimparer Wölfe haben die Dormagener noch nie gewonnen, mit dem 31:24-Sieg im Hinspiel starteten die damals noch auf einem Abstiegsplatz stehenden Mainfranken ihre Klettertour durch die unteren Gefilde der Liga, auf der sie inzwischen als eines der erfolgreichsten Teams der Rückrunde auf Tabellenplatz neun angekommen ist – und das, obwohl seit Oktober feststeht, dass Trainer Matthias Obinger am Saisonende seinen Hut nehmen muss. Nachfolger Ceven Klatt, bis Ende September bei den Rhein Vikings in der Verantwortung, hat laut Würzburger „Main Post“ vor, sich den Auftritt seines künftigen Klubs in seiner Noch-Heimat am Freitagabend anzuschauen.

Dusko Bilanovic ist das alles egal. „Wir konzentrieren uns auf uns selbst,“ sagt der Dormagener Trainer. Und mit Blick auf den Tabellenstand der Gäste fügt er an: „Wir haben schon mehrfach bewiesen, dass wir Mannschaften aus dem Mittelfeld schlagen können.“ Freilich weiß er auch, dass die jüngsten beiden Heimauftritte gegen TuS Ferndorf (24:28) und den HC Elbflorenz (24:25) alles andere als berauschend waren. „Wir haben da noch etwas gut zu machen, auch gegenüber unseren Fans,“ stellt der 47-Jährige klar. Was ihn optimistisch stimmt, dass das am heutigen Freitagabend auch gelingt, ist nicht nur die Leistung von Sonntag: „In Dessau haben wir guten Handball gespielt, waren vor allem im Angriff konzentriert und diszipliniert.“ Das hat auch Kollegen Obinger beeindruckt, der den Dormagenern einen „bemerkenswert strukturierten Spielaufbau“ bescheinigt.

Der andere Punkt ist vielleicht noch entscheidender: „Das ist nicht so ein ‚Endspiel’ wie gegen Elbflorenz“, sagt Bilanovic – denn in denen hatten seine Schützlinge zuletzt ihre Nerven nicht immer im Griff. Ein „Endspiel“ ist die heutige Partie gewiss nicht, aber eine durchaus entscheidende, auch für Bilanovic: Verliert der TSV, muss er vom nächsten Ausflug nach Aurich doch noch den Taschenrechner mitbringen.

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