2. Handball-Bundesliga TSV Bayer Dormagen erwartet DJK Rimpar Wölfe

Handball : „Wir brauchen noch mehr Konkurrenzkampf“

Vor dem Spiel gegen die DJK Rimpar erläutert Bayer-Trainer Dusko Bilanovic die Personalstrategie des Handball-Zweitligisten.

Klar, unter der Woche hat sich Dusko Bilanovic hauptsächlich mit der Vorbereitung auf das Duell der Tabellennachbarn mit der DJK Rimpar konzentriert, das von den Unparteiischen Philipp Dinges und Tobias Schmack am heutigen Samstag um 19.30 Uhr im Bayer-Sportcenter angepfiffen wird. Gleichzeitig ist der Trainer des TSV Bayer Dormagen aber auch gemeinsam mit dem sportlichen Kompetenzteam (bestehend aus Tobias Plaz, Joachim Kurth und Walter Haase) in die Personalplanungen für die kommende Saison eingebunden. Und da gibt es etliche Baustellen zu beackern.

Die Personalplanungen „Wir brauchen mehr Konkurrenzkampf im Kader, am besten auf jeder Position,“ sagt Bilanovic, „nur so können wir uns entscheidend verbessern.“ Bisher stehen fünf Abgänge fest: Eloy Morante Maldonado (TuSEM Essen), Carl Löfström (VfL Lübeck-Schwartau), Heider Thomas (Borussia Mönchengladbach), Nuno Rebelo (mit sofortiger Wirkung zum Drittligisten Füchse Berlin II) und Janis Boieck.

An Stelle des ehemaligen Junioren-Nationaltorhüters wird künftig Martin Juzbasic gemeinsam mit Sven Bartmann, der seinen Vertrag um ein Jahr verlängerte, das Tor hüten. Der 31 Jahre alte Kroate kommt vom Drittligisten HSG Bieberau-Modau. „Martin ist ein anderer Torhütertyp als Sven Bartmann. Wir sind sicher, dass sich beide hervorragend ergänzen,“ sagt Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. Dusko Bilanovic formuliert es etwas deutlicher: „Sven war mir zu sehr die Nummer eins. Wenn du oben mitspielen willst, brauchst du zwei Torhüter auf gleichem Niveau.“ Dass er das erreichen könne, habe ihm Janis Boieck, auch aufgrund seiner vielen, verletzungsbedingten Zwangspausen, nicht genügend gezeigt. „Wir glauben, dass es für seinen weiteren sportlichen Weg gut sein kann, eine neue Herausforderung in einem neuen Umfeld anzunehmen,“ sagt Barthel und kündigt an, „den Weg des 21-Jährigen aufmerksam zu verfolgen.“

Nach den Vertragsverlängerungen mit Sven Bartmann, Julian Köster, Joshua Reuland, Jan Reimer und Pascal Noll ist nur noch die Personalie Nick Braun offen, alle anderen Spieler haben einen Vertrag bis mindestens 2021. So können sich die Dormagener ganz auf die Suche nach zwei weiteren Zugängen neben Juzbasic konzentrieren: einem Linkshänder für den Rückraum und einem Kreisläufer. Der soll auch abwehrstark sein, „also quasi die Eigenschaften von Carl Löfström und Heider Thomas in einer Person vereinigen,“ sagt Bilanovic.

Handlungsbedarf auf der Mittelposition sieht der Trainer trotz des Abgangs von Eloy Morante Maldonado und des Fehlens eines echten „Regisseurs“ im Kader nicht: „Wir haben drei Spieler, die das können.“ Benjamin Richter sei mit seiner Erfahrung ebenso in der Lage, ein Spiel zu lenken wie Julian Köster und Ian Hüter. Und wenn ein zweiter Linkshänder für den Rückraum da sei, bräuchten die beiden Letztgenannten dort nicht mehr aushelfen, sondern könnten sich ganz auf die Mittelposition konzentrieren. „Und beides sind sehr intelligente Spieler, die lernen das schnell,“ ist Bilanovic überzeugt. Was die beiden vakanten Stellen betrifft, macht er sich keine Sorgen: „Es gibt genügend Kandidaten, die wir sorgfältig auswählen und testen werden.“ Wobei er nicht ausschließen möchte, den Kader noch „um Talente aus der Region“ zu ergänzen: „Aber das ist kein Muss, das lassen wir auf uns zukommen.“

Das Spiel Das Duell mit dem punktgleichen Tabellennachbarn aus Rimpar hat er nicht „auf sich zukommen“ lassen. „Wir haben uns sorgfältig vorbereitet,“ sagt Bilanovic. Das wird auch nötig sein, denn die Gäste sind in seinen Augen ein eher unangenehm zu spielender Gegner: „Die leben von ihrer Abwehr und ihrem Torhüter“ – der zum Saisonende ausscheidende Max Brustmann zog den Dormagenern beim 23:24 im Hinspiel mit 20 (!) gehaltenen Bällen, darunter drei Siebenmetern, den Zahn. Ähnlich war es vor Wochenfrist in Eisenach mit den 14 Paraden von Blaz Voncina: „Wir sind da alleine am Torhüter gescheitert,“ sagt Bilanovic, „nach unserer 4:0-Führung hat er Eisenach ganz alleine zurück ins Spiel gebracht.“ Das passiere in Auswärtsspielen nicht nur seiner Mannschaft: „Heimstärke zeigt sich vor allem bei den Torhütern“, ist Bilanovic überzeugt.

Und weil es am heutigen Samstagabend ein Heimspiel ist, überwiegt bei ihm trotz der Ausfälle der angeschlagenen André Meuser, Heider Thomas und Pascal Noll der Optimismus: „Wir können das Spiel gewinnen, aber dafür müssen wir Geduld haben.“ Im eigenen Angriff, aber auch in der Abwehr gegen ein Team, „das versucht, lange den Ball zu halten, das seine Angriffe fast immer bis zum Zeitspiel ausreizt.“ Seine Sorge: „Schön wird das nicht.“