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2. Handball-Bundesliga TSV Bayer Dormagen beim HSC Coburg chancenlos

Handball : Die Liga rückt immer enger zusammen – nur Coburg souverän

TSV Bayer Dormagen hat dem Spitzenreiter bei der 25:32-Niederlage wenig entgegen zu setzen. ASV Hamm entlässt nach Pleite in Lübeck seinen Trainer.

Die 2. Handball-Bundesliga ist zehn Spieltage vor Saisonende noch enger zusammengerückt. Mit zwei Ausnahmen: An der Spitze zieht der HSC Coburg einigermaßen souverän seine Kreise, die von einem stark ersatzgeschwächt angereisten TSV Bayer Dormagen bei seiner 25:32-Niederlage (Halbzeit 10:15) nicht einmal ansatzweise eingeschränkt werden konnten, auch wenn Trainer Dusko Bilanovic hinterher versuchte, das Positive heraus zu kehren: „Die Jungs haben alles versucht, um die Niederlage in Grenzen zu halten.“

Am anderen Ende der Tabelle wartet Schlusslicht HSG Krefeld nach der 24:28-Niederlage gegen den TuS Ferndorf weiter auf den zweiten Saisonsieg. Der bisher einzige gelang dem Aufsteiger in der Hinrunde mit 30:26 über den TSV Bayer Dormagen. Am Samstag (19.30 Uhr) kommt es zum Rückspiel, sechs Tage später sind die Ferndorfer zu Gast im Bayer-Sportcenter: „Wir haben jetzt zwei Heimspiele in Folge und werden unsere Hausausgaben machen. Gegen Krefeld stehen uns hoffentlich wieder mehr Spieler zur Verfügung,“ sagt Bilanovic.

In Coburg musste er am Freitagabend vor 2210 Zuschauern neben den verletzten Julian Köster, Eloy Morante Maldonado, Heider Thomas und Pascal Noll auch auf seinen stark erkälteten Torhüter Sven Bartmann verzichten. Dass Janis Boieck das Duell mit dem beinahe doppelt so alten Jan Kulhanek zwischen den Pfosten der Gastgeber klar verlor, war freilich nicht spielentscheidend. Das waren vielmehr die 21 Fehlwürfe und neun technischen Fehler, die Bilanovic auf seiner Spielauswertung stehen hatte – vor allem Ante Grbavac und Ian Hüter, denen nur jeweils ein Treffer gelang, scheinen derzeit mit ihren Rollen im Dormagener Rückraum überfordert. Dass der nicht unbedingt für seine Qualitäten als Shooter bekannte Benjamin Richter mit 5/1 Toren neben André Meuser (4) bester Feldtorschütze war, sagt viel über die momentane Durchschlagskraft des bis vor wenigen Wochen torhungrigsten Angriffs der Liga aus.

Die zwölfte Saisonniederlage (bei ebenso vielen Siegen) bringt die Dormagener in direkten Kontakt zum unteren Mittelfeld der Liga – Platz 14 ist nur noch vier Zähler entfernt. Denn dort wurde eifrig und teilweise überraschend gepunktet, was den Kreis der akut abstiegsgefährdeten Mannschaften noch enger zusammenrücken lässt. Die größte Überraschung gelang Aufsteiger HSG Konstanz mit dem 24:23-Sieg beim heimstarken EHV Aue, nicht minder überraschend (zumindest in dieser Deutlichkeit) das 33:24 des HC Elbflorenz Dresden im direkten Abstiegsduell beim TV Emsdetten, für den es nach der zweiten Niederlage im dritten Spiel unter Neu-Trainer Aaron Ziercke nun ganz schwer wird, den Anschluss zu halten – der TV Hüttenberg (19:19 in Rimpar) auf dem rettenden 15. Tabellenplatz ist schon drei Punkte entfernt.

Nicht unbedingt zu erwarten auch der 32:27-Sieg des VfL Lübeck-Schwartau über den vermeintlichen Aufstiegsanwärter ASV Hamm-Westfalen, der sich einen Tag später von seinem zum Saisonende ohnehin ausscheidenden Trainer Kay Rothenpieler trennte. „Wir hatten in den letzten Wochen zu viele Ausreißer nach unten,“ begründete Geschäftsführer Franz Dressel den Schritt. Hamm liegt nun schon drei Punkte hinter Platz zwei zurück. Und weil der VfL Gummersbach beim 27:29 in Lübbecke chancenlos war, haben nun wieder sechs Klubs eine Aufstiegschance.