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2. Handball-Bundesliga stellt Spielbetrieb ein

2. Handball-Bundesliga stellt Spielbetrieb ein

TSV Bayer Dormagen beendet Saison auf Rang zehn. Coburg und Essen steigen auf, die vier Drittliga-Meister werden Zweitligist.

In der Saison 2019/20 wird es in Deutschland kein Handballspiel mehr geben, zumindest keines um Punkte. Die Handball-Bundesliga GmbH erklärte am Dienstagmittag die aktuelle Spielzeit „der 1. und 2. Handball-Bundesliga mit sofortiger Wirkung (für) beendet. Die Entscheidung für den Abbruch trafen die 36 Profiklubs im Umlaufverfahren gemäß Covid-19-Abmilderungsgesetz mit sehr deutlicher Mehrheit.“ Beinahe gleichzeitig verkündete der Deutsche Handball-Bund (DHB) den Saisonabbruch in 3. Liga und Jugend-Bundesliga, die für die unteren Spielklassen zuständigen Landesverbände hatten diesen Schritt zumeist schon in der Vorwoche vollzogen.

In allen Ligen werden die Abschlusstabellen anhand der so genannten Quotientenregel erstellt, bei der die Pluspunkte durch die Anzahl der bis zum 12. März absolvierten Spiele dividiert und mit 100 multipliziert werden. Daraus ergeben sich folgende Wertungen: Der THW Kiel ist Deutscher Meister und ebenso wie Vizemeister SG Flensburg-Handewitt für die Champions League qualifiziert. Der HSC Coburg ist Meister der 2. Bundesliga und steigt ebenso wie Vizemeister TuSEM Essen in die Bundesliga auf, die in der kommenden Saison mit 20 Vereinen an den Start gehen wird.

In der Zweiten Liga werden es 19 Klubs sein, einer mehr als in der gerade abgebrochenen Spielzeit. Coburg und Essen verlassen die Liga nach oben, der Tabellenletzte HSG Krefeld, der aufgrund verspäteter Antragstellung keine Lizenz für die Zweite Liga erhalten hatte, in die andere Richtung. Da die Relegationsspiele zwischen den vier Drittliga-Meistern und anschließend mit dem Tabellen-16. der Zweiten Liga ebenfalls entfallen, steigen „nach Abstimmung mit dem Deutschen Handball-Bund statt wie im Grundlagenvertrag vorgesehen drei Teams in der kommenden Saison vier Klubs aus den vier 3. Ligen in die 2. HBL auf,“ heißt es in der Erklärung der HBL GmbH. Meister der 3. Liga und damit Aufsteiger in die 2. Liga der Männer sind der Wilhelmshavener HV (Nord-West), der Dessau-Roßlauer HV (Nord-Ost), der TuS Fürstenfeldbruck (Süd) und der TV Großwallstadt (Mitte), so die offizielle Mitteilung des DHB.

Wann die dann 39 Erst- und Zweitligisten den Spielbetrieb in der Saison 2020/21 aufnehmen können, weiß derzeit niemand. „Alle 36 Klubs und deren Mitarbeiter, die HBL GmbH sowie alle Sponsoren und Subunternehmen hoffen, dass die Anzhal der Neuinfektionen weiter sinkt. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass die Ministerpräsidenten und die Bundesrgeirung bei ihrer nächsten Sitzung (30. April) eine Neubewertung der Corona-Krise vornehmen können, welche Planungssicherheit im Hinblick auf den Einstieg in die Saison 2020/21 gibt,“ heißt es in der Erklärung der HBL GmbH.

Björn Barthel war als eines der acht Präsidiumsmitglieder eng in die Entscheidungsfindung eingebunden. Der Handball-Geschäftsführer des TSV Bayer Dormagen gehörte zu der „sehr deutlichen Mehrheit“ der Vereine, die für den Saisonabbruch stimmten. „Jetzt haben wir wenigstens Klarheit und können uns ab sofort auf die Vorbereitung der neuen Spielzeit konzentrieren – das wird Arbeit genug,“ sagt Barthel. Er hofft, bis „Mitte Mai“ gewisse Klarheit zu haben, wann und unter welchen Rahmenbedingungen der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden könne. Klar sei, dass „Handball als Vollkontaktsportart im Kontext des Corona-Virus besonders zu bewerten“ sei, klar sei auch, „dass wir mindestens sieben Wochen Vorbereitungszeit brauchen, damit die Spieler halbwegs fit in die Saison gehen“ könnten. Im Klartext bedeutet das: Der erste Spieltag kann, egal ob mit oder ohne Zuschauer, frühestens zwei Monate nach Öffnung der Hallen für den Trainingsbetrieb im Handball angesetzt werden.

Eine „Arbeitsgemeinschaft Spielbetrieb“ sei gerade dabei, verschiedene Szenarien für den Start in die neue Saison zu entwickeln, sagt Barthel. Zu diesen Szenarien gehören „Geisterspiele“ ohne Zuschauer in den ersten Saisonwochen oder gar -monaten ebenso wie die Möglichkeit, durch reduzierten Kartenverkauf und den Verzicht auf Stehplatzkarten Abstandsregeln auf der Tribüne einzuhalten. Denkbar wäre aber auch, den Saisonstart in den November zu verschieben, was bei 19 Mannschaften und damit zwei Meisterschaftsspielen mehr zu einem gedrängten Spielplan führen würde.