Handball : „Sportstadt“ dreht  Rhein Vikings den Geldhahn zu

Trotzdem soll unter dem Namen Rhein Vikings weiter Profi-Handball gespielt werden.

Erst waren es nur Gerüchte, jetzt scheint amtlich zu sein, dass die „Sportstadt Düsseldorf“ das Handballprojekt der Rhein Vikings nicht weiter finanziell unterstützt. Als Reaktion auf die Berichterstattung in mehreren Medien stellte der Tabellenletzte der 2. Handball-Bundesliga am Samstag eine „offizielle Mitteilung zu den aktuellen Presseberichten“ auf seine Facebook-Seite.

In dieser nicht namentlich gekennzeichneten Mitteilung heißt es: „Große Enttäuschung und Unverständnis herrscht bei den Rhein Vikings. Nachdem die Stadt Düsseldorf die Neusser Handballer erst vor eineinhalb Jahren über den Rhein gelockt hatte, um gemeinsam einen Handball-Profiverein in der Metropolregion aufzubauen, zieht man sich nun nach der selbst mitgestalteten Umentwicklung im Sommer und der sportlich-negativen Entwicklung aus den Verpflichtungen zurück. Ganz wichtig hierbei: Der Handballbereich unterhalb der Profimannschaft inklusive der Jugendmannschaften, der von beiden Stammvereinen Neusser HV und Art Düsseldorf in der HSG Neuss Düsseldorf vereinigt ist, ist von den finanziellen Schwierigkeiten, die der Ausstieg mit sich bringt, nicht betroffen. Die Marke Rhein Vikings wird ebenso wie der Profihandballer auch über die jetzige Saison hinaus weitergeführt. Entsprechend anderslautende Pressemitteilungen sind für alle Beteiligten unverständlich. Weitere Informationen hierzu folgen in der nächsten Woche.“

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Offenbar als Reaktion auf die finanziellen Probleme wird sich der Zweitligist in der bis Mitte Februar dauernden WM-Pause wohl von einigen Spielern trennen. Torhüter Vladimir Bozic wird dabei mit Tabellenführer HBW Balingen-Weilstetten in Verbindung gebracht, der zum Saisonende den tschechischen Nationaltorhüter Tomas Mrkva an den Bergischen HC verliert. Bozic der zur Saison 2016/17 zum Neusser HV kam, soll sich Medienberichten zufolge bereits von seinen Mitspielern verabschiedet haben.

Wie sehr der Haussegen auf der anderen Rheinseite schief hängt, machen die Kommentare von Peter Kluth zum Facebook-Post der Rhein Vikings deutlich. Der Düsseldorfer Rechtsanwalt, dessen Sohn bis zum Sommer war als sportpolitischer Berater von Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel maßgeblich an der „Handballehe“ zwischen dem ART Düsseldorf und dem Neusser HV beteiligt. Inzwischen schreibt er: „Ich denke, jetzt kann man es mal deutlich sagen: Es war damals eine von der Stadt Düsseldorf initiierte und wirtschaftlich vorangetriebene Stützungsaktion (!!) sowohl für den ART Handball, der finanziell nicht gut aufgestellt war, als und gerade auch für die Neusser, die im wesentlichen von einem einzigen Sponsor getragen wurden und sich schon in der 3. Liga im wirtschaftlichen/finanziellen Wagnisland bewegten.“ Und in einem zweiten Kommentar schreibt er mit Blick auf die von den Vikings veröffentlichte Stellungnahme: „Spricht für sich und passt leider ins Gesamtbild der Zustände und Vorkommnisse bei den Rhein Vikings während der letzten 1,5 Jahre. Warum Sponsoren da aussteigen, muss man nun wirklich nicht weiter kommentieren.“