2. Handball-Bundesliga Bayer Dormagen Rhein Vikings

Handball : Schlüsselspiele im Abstiegskampf

In der 2. Handball-Bundesliga stehen der TSV Bayer Dormagen und die Rhein Vikings am Sonntag vor wegweisenden Duellen im Abstiegskampf. Die Vikings trennen sich aus disziplinarischen Gründen von Rückraumspieler Ivan Milas.

Nach zweiwöchiger Länderspielpause nimmt die Zweite Handball-Bundesliga Fahrt auf. Bis zum 2. Weihnachtstag, an dem die Rückrunde beginnt, stehen zehn Spiele in siebeneinhalb Wochen auf dem Programm. Kein Zuckerschlecken vor allem für die, für die es gegen den Abstieg geht – und das ist nach dem aktuellen Tabellenbild mindestens die Hälfte der 20 Klubs.

Mitten drin: der TSV Bayer Dormagen und die HC Rhein Vikings. Beide stehen am Sonntag vor Schlüsselspielen: Die Dormagener reisen mit drei Niederlagen in Folge im Gepäck in die Sporthalle Hamburg, wo um 15 Uhr das Duell beim HSV Hamburg angepfiffen wird. Der Mitaufsteiger hat auf Platz zehn drei Zähler mehr (10:10 Punkte) als die auf Rang 17 abgerutschten Dormagener. Noch bedeutsamer dürfte das Gastspiel der Rhein Vikings beim Dessau-Rosslauer HV (17 Uhr) sein: Seit sechs Spielen, vier davon unter Interimstrainer Jörg Bohrmann, warten die Vikings auf einen Sieg – verlieren sie auch beim vier Punkte besser gestellten Tabellen-Sechzehnten, droht schon früh der Blickkontakt zum rettenden Ufer verloren zu gehen.

In solchen Situationen ist Unruhe selten erwünscht, doch genau die hatten die Vikings unter der Woche. Denn wegen „disziplinarischem Fehlverhalten“ hat sich der Zweitligist von seinem im Sommer verpflichteten Rückraumspieler Ivan Milas getrennt. „Ivan hat viel sportliches Potenzial und hätte ein wichtiger Spieler der Rhein Vikings in dieser Saison werden können. Wir können allerdings nur Spieler gebrauchen, die sich voll und ganz für unser Team und die Organisation einsetzen,“ erklärt Geschäftsführer Daniel Pankofer. Über „weitere Details der Auseinandersetzung“, heißt es in der Pressemitteilung, „wurde mit der Mannschaft und dem Spieler Stillschweigen vereinbart.“ Direkte Auswirkungen auf die Partie am Sonntag fürchten die Vikings nicht – Milas wäre wegen Leistenbeschwerden ohnehin nicht spielfähig gewesen. „Wir stehen vor einer wichtigen Partie gegen einen direkten Konkurrenten. Ich erwarte eine extrem umkämpfte und ambitionierte Leistung meiner Mannschaft,“ sagt Jörg Bohrmann. Allerdings haben sich die Dessauer mit zwei erfolgreichen Auswärtsauftritten (24:22 beim HC Elbflorenz, 22:22 in Rimpar) in einen Lauf gespielt, den sie gerne fortsetzen würden: „Wir wollen an die Leistung der letzten beiden Spiele anknüpfen und beide Punkte hier behalten,“ sagt Trainer Uwe Jungandreas.

In der Vorwoche gemeinsam im Nationaltrikot, am Sonntag Konkurrenten: HSV-Torhüter Marcel Kokoszka und Eloy Morante Maldonado (v.r.). Foto: HSV

Der HSV Hamburg muss morgen auf Aron Edvardsson verzichten. Der isländische Nationaltorhüter wurde in der Nacht zu Mittwoch  am Blinddarm operiert und fällt mindestens vier Wochen aus. Da Justin Rundt wegen Knieproblemen auch nur eingeschränkt zur Verfügung steht, liegt die Verantwortung auf den Schultern des 19-Jährigen Marcel Kokoszka, der in der vergangenen Woche gemeinsam mit Lukas Stutzke und Eloy Morante Maldonado am Lehrgang der U21-Nationalmannschaft in Warendorf teilnahm. „Vielleicht hilft ihm am Sonntag, dass er die Wurfvarianten von zwei Gegenspielern kennt,“ sagt HSV-Trainer Torsten Jansen. Stutzke und Morante Maldonado sind ebenso wohlbehalten ins Mannschaftsraining zurückgekehrt wie Torhüter Gergö Rozsavölgyi (verlor mit Ungarn 26:27 gegen Norwegen) und die US-Nationalspieler Ian und Patrick Hüter. Ebenfalls wieder im Training stehen die Langzeitverletzten Nuno Rebelo und Janis Boieck, der zunächst Spielpraxis in der Zweitvertretung sammeln soll.

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