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2. Handball-Bundesliga Bayer Dormagen gastiert bei VfL Lübeck-Schwartau

Handball : Bayer richtet sich auf eine Abwehrschlacht ein

Nur drei Handball-Zweitligisten haben in dieser Spielzeit weniger Gegentore kassiert als Dormagens Gegner VfL Lübeck-Schwartau.

Ginge es nur nach der Anzahl der Gegentore, der VfL Lübeck-Schwartau könnte sein ursprüngliches Saisonziel, um die Tabellenspitze der 2. Handball-Bundesliga mit zu spielen, durchaus noch erreichen. Denn die Norddeutschen, die am heutigen Freitag (19.30 Uhr, Hansehalle) den TSV Bayer Dormagen erwarten, stellen dank 384 kassierten Treffern die viertbeste Abwehr der Liga – nur der VfL Gummersbach, der TuS N-Lübbecke (jeweils 377) und die DJK Rimpar (381) haben noch weniger hinnehmen müssen.

Weil die Schützlinge des im Sommer von der Bank der polnischen Nationalmannschaft in die Hansehalle gewechselten Piotr Przybecki aber auch nur 375 Tore erzielt haben (einen schwächeren Offensivwert haben nur Schlusslicht HSG Krefeld/336 und die DJK Rimpar/355 aufzuweisen), trennen sie einen Spieltag vor Ende der Hinrunde nur zwei Punkte von einem Abstiegsplatz. „Die hatten ganz andere Ziele, die stehen gegen uns richtig unter Druck,“ sagt deshalb Bayer-Trainer Dusko Bilanovic.

Der 48-Jährige, am Donnerstagmittag schon mit seinen Spielern Richtung Hamburg aufgebrochen, richtet sich nicht nur deshalb auf eine Abwehrschlacht ein: „Die leben von ihrer Deckung,“ weiß Bilanovic, „und die leben von ihrer Heimstärke.“ Jüngster Beleg: Vor zwei Wochen entthronte der VfL den als Tabellenführer angereisten HSC Coburg mit einem 29:29-Sieg, acht Tage später verloren die Lübecker das Duell beim gleichfalls abstiegsgefährdeten TuS Ferndorf mit 19:23.

„So einen rabenschwarzen Tag schüttelt man nicht so leicht ab,“ sagt Przybecki mit Blick auf die achte Saisonniederlage. Um die Köpfe trotzdem frei zu bekommen, „haben wir uns gemeinsam vor allem das gute Spiel gegen Coburg vor Augen geführt. Das wollen wir gegen Dormagen wieder zeigen,“ sagt Przybecki, der auf der Bank von Mathias Deppisch unterstützt wird – der 40-Jährige trug elf Jahre lang als Rechtsaußen des TV Korschenbroich, bevor der gebürtige Eutiner 2016 in seine norddeutsche Heimat zurückkehrte. Przybecki weiß auch, wie er den Dormagenern – „sie spielen als Mannschaft wirklich eine gute Saison und haben einige Ergebnisse erzielt, die nicht jeder erwartet hat“ – beikommen kann: „Wir müssen ihre Abläufe möglichst früh unterbinden. Und das ist mit unserer starken Abwehr auf jeden Fall drin.“ Da ist was dran. Denn die Dormagener stellen mit 461 Treffern zwar den dritt-torhungrigsten Angriff der Liga – nur TuSEM Essen (477) und der HSC Coburg (468) haben mehr erzielt – tun sich gegen Abwehrbollwerke aber immer schwer.

Bilanovic weiß das. Und er weiß auch, dass es am Freitagabend auf eine Art Spagat ankommen wird: „Wir müssen Gas geben, dürfen dabei aber nicht zu viele Fehler machen.“ Wozu ihm außer dem nach seinem Fingerbruch immer noch nicht einsatzbereiten Ian Hüter sein kompletter Kader zur Verfügung steht. „Einige sind angeschlagen, werden aber spielen,“ versichert der Trainer.

Schließlich würde ein Sieg in Lübeck eine Hinrunde krönen, von deren Verlauf sie in Dormagen höchstens geträumt haben: „Dass wir aus der Hinserie mit einem positiven Punktekonto rauskommen, hat doch keiner erwartet,“ sagt Bilanovic. Trotzdem sind es in dieser engen Liga weiterhin nur sieben Zähler bis zum ersten Abstiegsplatz. „Wir wollen in diesem Jahr auf jeden Fall noch Punkte holen,“ sagt der Trainer – wenn nicht am Freitag in Lübeck, dann eine Woche später zum Rückrundenauftakt beim EHV Aue.