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SPD und Grüne im Rhein-Kreis wollen Konzept für "Präventive Hausbesuche"

Angebot für Senioren im Rhein-Kreis : Politiker wollen Konzept für „Präventive Hausbesuche“

Senioren sollen bis ins hohe Alter ein eigenständiges Leben im gewohnten Umfeld sowie in den eigenen vier Wänden führen. Das soll das Konzept der „Präventiven Hausbesuche“ ermöglichen. Was steckt dahinter?

Mit einem Konzept für „Präventive Hausbesuche“ für Senioren ab 75 Jahren wird sich nun die Kreisverwaltung beschäftigen. Einen entsprechenden Antrag in der digitalen Sitzung des Kreisausschusses für Soziales und Wohnen hatten die Fraktionen von SPD und Bündnis90/Die Grünen gestellt. Abgestimmt werden konnte wegen der Form der Sitzung darüber nicht, doch in der Sache zeigten sich die Politiker mit dem Antrag einverstanden. Dirk Rosellen, Fraktionsvorsitzender der FDP, betonte aber, dass es seiner Partei wichtig sei, dass Senioren diese Besuche auch ablehnen können. „Natürlich“, meldete sich Udo Bartsch, SPD-Fraktionsvorsitzender zu Wort, „das wird nur ein Angebot sein. Wer darauf nicht reagiert, bei dem soll nicht noch einmal angefragt werden.“

Hintergrund des Antrags, so steht es in der Begründung, sei der oft geäußerte Wunsch, bis ins hohe Alter ein eigenständiges Leben im gewohnten Umfeld sowie in den eigenen vier Wänden führen zu können. Das könne das Konzept der „Präventiven Hausbesuche“ ermöglichen, und dazu solle der Rhein-Kreis bis 2023 ein Modellprojekt planen. Bartsch sprach von einer „zusätzlichen helfenden Instanz im Alltag, die die Senioren über Beratungs- und Unterstützungsangebote informieren solle. Und von denen gibt es im Rhein-Kreis nicht gerade wenige, wovon sich alle Ausschussmitglieder unmittelbar überzeugen konnten, da die Verwaltung die Angebote gleich als Anlage zu den Ausschuss-Unterlagen hinzugefügt hatte.

 Udo Bartsch ist Fraktionsvorsitzender der SPD im Rhein-Kreis.
Udo Bartsch ist Fraktionsvorsitzender der SPD im Rhein-Kreis. Foto: SPD im Rhein-Kreis
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Genannt werden dort die unterschiedlichsten Institutionen wie Silberner Plan, Pflegeberatungsbüro, Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe (seit Juni 2021) und die Seniorenberatungsstellen. Damit, so die Verwaltung, sei es gelungen, ein System zu etablieren, das sich auf die Belange der älteren Menschen fokussiere. Dazu Udo Bartsch: „Diese vielfältigen Angebote sind aber bei der Zielgruppe oft nicht bekannt. Hausbesuche könnten abhelfen.“ Und so wurde die Verwaltung beauftragt, mögliche Partner aus den Bereichen der Pflege-, Sozial- und Wohnberatung zu finden, die Kosten aufzuschlüsseln (als Grundlage für die Haushaltsberatungen 2023) und auch zu prüfen, ob es seitens Land oder Bund Fördermittel gebe beziehungsweise welche Bedingungen für eine Förderung notwendig seien. Wichtig ist den antragstellenden Fraktionen, das niederschwellige Angebot der Hausbesuche und die Tatsache, dass die einen zusätzlichen Kontakt abseits der Familie darstellen und Kontakte zu gleichaltrigen Menschen herstellen könnten, um so eine Vereinsamung zu verhindern.