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Rhein-Kreis Neuss: Sparkasse verbessert ihr Betriebsergebnis

Rhein-Kreis Neuss : Sparkasse verbessert ihr Betriebsergebnis

Das kommunale Kreditinstitut senkt Personal- und Sachkosten. Träger dürfen erneut mit einer Ausschüttung rechnen.

Bloßes Wachstum ist noch kein Ergebnistreiber. Obwohl die Sparkasse Neuss, die nach eigener Einschätzung ihre führende Marktstellung im Jahr 2017 ausgebaut hat, mit Rekordzahlen sowohl ein starkes Kredit- als auch ein starkes Einlagegeschäft belegt, ist der Zinsüberschuss mit 112 Millionen Euro (2016: 114,5 Millionen) spürbar rückläufig. Der Grund: die anhaltende Nullzinsphase. Oder, wie es Michael Schmuck, der Vorsitzende des Sparkassen-Vorstandes, sarkastisch formuliert: "Das ist die Segnung der Politik der EZB, der Europäischen Zentralbank." Die Netto-Botschaft: Alle Finanzhäuser, nicht nur die Sparkassen, müssen mitansehen, wie ihr klassisches, uraltes Geschäftsmodell, das Einsammeln und Verleihen von Geld, mit der Schwindsucht kämpft.

Unter diesen Vorzeichen und angesichts weiterer "herausfordernder Rahmenbedingungen" verbesserte die Sparkasse dennoch ihr Betriebsergebnis vor Bewertung. Die sogenannte Durchschnittsbilanzsumme (DBS), eine bedeutsame Kennzahl der Geldhäuser, kletterte von 0,73 Prozent (45,5 Millionen Euro) auf nun 0,78 Prozent (49,6 Millionen). Dies gelang aber nur, weil der Verwaltungsaufwand verkleinert wurde. Dickster Brocken auf der Kostenseite ist das Personal. An ihre Mitarbeiter zahlt die Sparkasse rund 70 Millionen Euro aus. In drei Jahren, beginnend Anfang 2016, werden 100 Arbeitsplätze wegrationalisiert. Allein im Vorjahr waren es 50 Stellen. Dabei nutzt die Kasse die "natürliche Fluktuation"; betriebliche Kündigungen habe es nicht und werde es auch künftig nicht geben.

Dass die Sparkasse mit einem Jahresüberschuss von 6,6 Millionen Euro deutlich hinter dem Vorjahresergebnis (9,3 Millionen) bleibt, hat neben einigen Wertberichtigungen viel mit mehr zu zahlenden Steuern - 18 statt zuvor 14,7 Millionen Euro - zu tun. Freuen dürfen sich die Kämmerer. Die Sparkasse musste 2017 zwei Millionen Euro, insgesamt jetzt 9,2 Millionen, an Gewerbesteuern mehr berappen. Zudem packt sie vorsorglich fünf Millionen Euro in einen Topf, um später einmal, wenn die derzeit gute Konjunktur ins Stottern geraten sollte, für mögliche Wertberichtigungen gerüstet zu sein. Mit dem Ergebnis im Geschäftsjahr ist Michael Schmuck "zutiefst zufrieden", es stimme ihn aber nicht euphorisch. Für das laufende Jahr erwartet er bei unverändert schwierigen Rahmenbedingungen ein schwächeres Betriebsergebnis, da Kostensenkungen nicht Jahr für Jahr auf gleichem Niveau durchgesetzt werden könnten.

Durch gestiegene Kundeneinlagen und eine Ausweitung der Kreditvergabe stieg die Bilanzsumme von 6,1 auf 6,3 Milliarden Euro. Damit zählt die Sparkasse Neuss unverändert zu den 40 größten der knapp 400 deutschen Sparkassen. Erwirtschaftet wurde das gute Ergebnis des Jahres 2017 mit 1189 Mitarbeitern, davon 52 Auszubildende.

Am Ergebnis erfreuen sich auch die kommunalen Träger - die Städte Kaarst, Korschenbroich, Neuss sowie der Rhein-Kreis. Im Vorjahr schüttete die Sparkasse drei Millionen Euro aus; auf diese Summe sind Michael Schmuck und seine Vorstandskollege Volker Gärtner und Carsten Proebster erneut eingerichtet. Das ist nicht selbstverständlich, wie Schmuck sagt: Jede zweite der rheinischen Sparkassen schüttet an seine Träger überhaupt nicht aus.

(-lue)