Sparkasse Neuss wächst im Kundengeschäft - legt solides Jahrergebnis vor

Geschäftsbericht 2018 der Sparkasse Neuss : Sparkasse legt solides Jahresergebnis vor

Wachsendes Kundengeschäft treibt die Bilanzsumme auf 6,4 Milliarden Euro. Überschuss liegt 2018 leicht unter dem Vorjahr. Botschaft der Bilanzpressekonferenz des Marktführers: Wir machen Menschen im Rhein-Kreis erfolgreich.

Michael Schmuck (62) spricht viel und gern über Unternehmenskultur. Seit Jahren stellt der Sparkassen-Chef seine Mitarbeiter in den Mittelpunkt eines Veränderungsprozesses, der letztlich die Frage beantworten soll, warum ein öffentlich-rechtliches Geldhaus unverzichtbar ist: „Während private Anbieter in erster Linie profitwirtschaftliche Anbieter sind, sind Sparkassen jenseits kommerzieller Eigeninteressen von Bürgern für Bürger gegründete Institute. Damit stehen Sparkassen für eine funktionierende Gesellschaft und Gemeinschaft.“ Schmuck und seine Vorstandskollegen Volker Gärtner und Carsten Proebster versuchen, ihre Belegschaft mitzunehmen, um in einem schwierigen Umfeld weiterhin erfolgreich sein zu können.

Die Rechnung scheint aufzugehen. Am Freitag legte der dreiköpfige Sparkassen-Vorstand ein nach eigener Einschätzung „solides Jahresergebnis“ 2018 vor, das bei einer auf 6,4 Milliarden Euro verbesserten Bilanzsumme und trotz rückläufigem Zinsplus mit einem Überschuss von 6,3 Millionen nach Bewertungen nahezu unverändert gegenüber dem Geschäftsjahr 2017 (6,6 Millionen) abschließt. Möglich werde das Ergebnis durch Wachstum im Kundengeschäft. Sowohl das Gesamtkreditvolumen (5,7 Milliarden; Neugeschäft 689 Millionen) als auch das Einlagenvolumen (5,1 Milliarden) erreichten Allzeitbestmarken. Im Wertpapiergeschäft bezeichnete Schmuck die Sparkasse als „starken Partner“. Den Nettoabsatz mit Fonds gibt er mit 32,8 Millionen Euro an, den mit Aktien mit vier Millionen Euro.

Das „solide Jahresergebnis“ erwirtschaftete die Sparkasse mit 1071 Mitarbeitern, deutlich weniger als vor wenigen Jahren. Das Finanzinstitut beschäftigte einst mehr als 1300 Frauen und Männer. Wie geht es weiter? Die Reduzierung werde in dieser Deutlichkeit nicht fortgesetzt, versicherte Schmuck, der Vorstand wolle „organisch, nicht dramatisch abschmelzen“. So wird deutlich, dass auch die Sparkasse – bei allem Bekenntniss, dem Gemeinwohl verpflichtet zu sein – auf ein angemessenes Aufwands-Ertragsverhältnis hinarbeitet. Dieser CIR-Index verschlechterte sich von 0,67 (2017) auf 0,69. „Wir schwanken etwas“, sagt Sparkassen-Sprecher Stephan Meiser, „wir bleiben aber unter der 0,70-Marke.“ Zum Vergleich: Die Deutsche Bank müsse rund 90 Cent aufwenden, um einen Euro Ertrag zu erzielen. Die im Index dokumentierte Effizienz interpretiert Sparkassen-Chef dann auch als Vorteil gegenüber Mitbewerbern.

Die Wertschöpfung für die Region ist in Augen der Sparkasse ein „einzigartiger Wert“. Die Kasse zahle 9,5 Millionen Euro Gewerbesteuer in die Kassen der Kommunen, schütte drei Millionen an die Träger aus, spende 1,4 Millionen, stelle 1,1 Millionen über ihre sieben Stiftungen zur Verfügung, setze 190.000 Euro Sponsorengelder ein und aus dem Prämienlos-Sparen fließen weitere 620.000 Euro. Nehme man noch die 57,2 Millionen Euro hinzu, die als Gehälter an die Mitarbeiter gezahlt werden, ergebe sich das „beeindruckende Gesamtergebnis“ in Höhe von 73 Millionen Euro.

Die Sparkasse ist weiterhin Branchenprimus im Rhein-Kreis. Unter insgesamt zehn Marktteilnehmern stelle sie die Hälfte aller Mitarbeiter und mit 34 Filialen sei sie im Kreisgebiet häufiger anzutreffen „als alle übrigen Finanzdienstleister“.

Mehr von RP ONLINE