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Rhein-Kreis Neuss: So werden Lebensmittel sicher

Rhein-Kreis Neuss : So werden Lebensmittel sicher

Die Fachleute des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamts vom Rhein-Kreis sind ausgebildete Metzger, Bäcker oder Landwirte. Sie schreiten bei Auffälligkeiten ein und machen regelmäßig Stichproben in Betrieben.

Frostschutzmittel im Wein und Antibiotika in Garnelen, Mäusekot im Mozzarella und Dioxin im Futtermittel – immer mehr Menschen beschleicht ein Unbehagen, wenn sie auf den Essenstisch schauen. Dass von den Mahlzeiten keine Gefahren ausgehen, dafür sorgt im Rhein-Kreis das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt. Diese Behörde ist relativ unbekannt, dient mit ihrer Arbeit aber praktisch jedem Bürger, ob beim Einkauf oder im Restaurant.

"Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung hängen eng zusammen. Nur so ist es möglich, den gesamten Weg eines Lebensmittels vom lebenden Tier bis hin zum Endprodukt im Kühlregal zu verfolgen und zu kontrollieren", sagt Gerhard Fischer. Er leitet das durch den TÜV zertifizierte Amt, in dem unter anderem Lebensmittelkontrolleure und Fachassistenten arbeiten, die ausgebildete Metzgermeister, Bäckermeister oder Landwirte sind.

Wie schnell das Amt einsatzbereit ist, zeigte der vergangene Montag: Kaum hatte eine Supermarkt-Kundin ein gekauftes Eisbein mit eigenartigem Geruch vorgezeigt, schon machten sich die Experten auf den Weg, um das Geschäft und seine Ware zu kontrollieren sowie die Ursachen zu ermitteln. "Da fackeln wir nicht lange", heißt es.

Neben solchen Proben nach Beschwerden von Verbrauchern gibt es die so genannten risikoorientierten Kontrollen. Wer etwa leicht verderbliches Seperatorenfleisch für die Wurstherstellung produziert, wird öfter unter die Lupe genommen als ein Kiosk, der weder Fleisch noch Gemüse anbietet. "Wenn Betriebe auffällig werden, kann es sein, dass wir auch wöchentlich oder monatlich kontrollieren", sagt Gerhard Fischer.

Dies gilt nicht nur für Fleischhygiene und Lebensmittelüberwachung, sondern auch für die Futtermittel-Branche, die gerade durch einen Dioxin-Skandal in die Schlagzeilen geraten ist. Die Überwachung ruht auf zwei Schultern. Die industriellen Hersteller von Futtermitteln wie im Neusser Hafen werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz kontrolliert, die landwirtschaftlichen Betriebe, die Silage, Heu oder Getreide fürs Vieh produzieren, bekommen dagegen Besuch vom Veterinär- und Lebensmitteluntersuchungsamt.

Zehn vorgeschriebene Stichproben machten die Fachleute 2010. Fischer: "Es gab keine gravierenden Mängel, aber zwei Beanstandungen. Einmal lag ein Hygiene-Problem bei der Lagerung vor, und einmal fehlte die Deklaration zugekaufter Futtermittel."

(NGZ)