Sicherheit geht vor Rendite

Seit 2000 beraten die Finanzexperten des Wuppertaler Vermögensverwalters Pintarelli Anleger. Ihr Ansatz: Sicherheit geht vor Rendite. Wer schon einiges Vermögen aufgebaut hat, ist oft nicht daran interessiert, mit riskanten Geschäften noch mehr einzusammeln. Gerade ältere Menschen sind da vorsichtig, haben sie doch einiges zu verlieren.

"Vermögenden Menschen ist der Werterhalt meist am wichtigsten", beobachtet Thomas Buckard, Vorstandsmitglied der Gesellschaft Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen (MPF AG). Das wichtigste Ziel der Wuppertaler Anlageexperten sei daher, eine ordentliche Performance mit begrenztem Risiko zu erreichen, beschreibt Buckard die Kernphilosophie. So lauten auch die Vorgaben, nach denen andere Vermögensverwalter die Portfolios ihrer Kunden steuern. Wie unterscheidet sich die MPF AG hier? Buckard verrät ein paar Grundsätze der Anlagephilosophie seines Hauses. Zum Beispiel verfolgen die Vermögensprofis bei Aktien Absicherungsstrategien, die sie über Zertifikate abbilden. "So können wir Chancen darstellen, die über den Resultaten festverzinslicher Papiere liegen, setzen aber das Portfolio nicht dem vollen Aktienrisiko aus."

Viele Kunden haben als Basisinvestments Aktien, Rentenpapiere oder andere Anlageformen im Depot, gleichzeitig schätzen sie aber diesen zusätzlichen Weg der Risiko-Rendite-Optimierung. "Mit Zertifikaten können wir eine Feinjustierung vornehmen", beschreibt Buckard den Vorteil. Eine Feinsteuerung sei deswegen möglich, weil Pintarelli die Zertifikate selbst entwickelt und nicht Produkte von der Stange kauft. Für die Umsetzung der Zertifikate-Konzepte holen die Vermögensverwalter Angebote von Banken ein, die die Papiere emittieren. Das hat – so Buckard – mehrere Vorteile: Zum einen können die Anlagespezialisten auf diese Weise günstige Produkte finden. Die Angebote der Banken unterscheiden sich oft deutlich, obwohl sie alle die gleichen Vorgaben für Fälligkeit, Sicherungspuffer oder Kupons bekommen. "Der Anbieter mit den attraktivsten Konditionen erhält den Zuschlag", sagt Buckard. Davon profitieren die Kunden, erläutert der Anlagespezialist: Pintarelli bekommt für die Zertifikatestrukturen keine Vergütung, "wir können also unabhängig von Vertriebsinteressen entscheiden".

Die Kunden zahlen nur das vereinbarte Honorar. Weiterer Vorteil: Pintarelli wählt nur Emittenten mit guter Bonität – Probleme wie bei Lehman Brothers hält Buckard für wenig wahrscheinlich. Dazu trägt auch ein "Ampelsystem" bei – was im übrigen auch bei anderen Anlageformen greift: "Wenn eine Bank sich mit ihren Absicherungskosten vom Markt deutlich absetzt, dann steigen wir hier im Regelfall aus", erklärt Buckard. Eine Absicherungsstrategie, die Pintarelli gerade anwendet, kennen Zertifikate-Anleger unter dem Begriff Express-Zertifikat. Eine ähnliche Konstruktion haben die Wuppertaler als "Autocall-Zertifikat" entwickelt.

Über sechs Jahre entscheidet sich jeweils an einem Stichtag, ob das Kapital mit ordentlicher Verzinsung zurückgezahlt wird oder ob das Papier eine weitere Runde läuft und im nächsten Jahr mit einem noch höheren Aufschlag ausbezahlt wird. Ausschlaggebend ist, ob der Kurs des Basiswertes an diesem Stichtag oberhalb eines Schwellenwertes liegt. Der sinkt bis zum Fälligkeitstag nochmals deutlich, sodass der Sicherheitspuffer zum Ende den höchsten Wert aufweist. Diese längerfristige Konzeption gewährt den Anlegern zusätzliche Sicherheit.

Auch über einen Total-Return-Fonds wollen die Anlageprofis Risiken begrenzen. Der Fonds investiert in Zertifikate mit komfortablen Risikopuffern, Discounter oder defensive Bonuszertifikate. "So sind zwar die Renditen begrenzt, aber auch die Risiken", erklärt Buckard. Auf Sicherheit sind die Pintarelli-Experten auch in der aktuellen Lage aus. "Nach dem schweren Erdbeben in Japan sind – trotz der vielen Krisenherde bezüglich des nahen Ostens und der europäischen Schuldenkrise – bereits viele Anleger wieder zu sorglos", bemängelt der Anlageprofi. Er sieht aber auch Chancen: In Krisenphasen entwickeln sich nach seiner Beobachtung Aktien besser als Zinspapiere – spannende Zeiten, wieder neue Zertifikate zu entwickeln.

(NGZ)