Generationenkonflikt um Pavillon in Lank-Latum: Senioren wollen mehr Angebote für die Jugend

Generationenkonflikt um Pavillon in Lank-Latum : Senioren wollen mehr Angebote für die Jugend

Eine Lanze für die Jugend brechen jetzt Senioren aus Lank-Latum, denen öffentlich das Gegenteil nachgesagt wird. Sie hätten bereits unliebsame Erfahrungen damit gemacht, dass die Verhältnisse schnell und leicht umgekehrt werden.

Aus älteren Menschen, die sich vom Lärm und Schmutz vor ihren Wohnungen am Wasserturm belästigt fühlen, scheinen - so ist es aus der politischen Diskussion über den Konfliktherd Pavillon am Malteserstift herauszuhören -selbst Querulanten und Belästiger geworden zu sein. "Dass man uns nicht glaubt, das tut am meisten weh", sagte die 70-jährige Elisabeth Nagel, die mit ihrem sieben Jahre älteren Mann Heinz-Josef nur wenige Meter entfernt von dem regelmäßigen Aufenthaltsort einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen lebt.

Gemeinsam mit ihren Nachbarn Siegfried Kunz (84), Traute Wiegels (60), Rudolf Paulsen (64), Karl Willhoff (69), Heinz Rothe (81) und den Vermietern Birgit Menzel (43) und Anna Schumacher (51) suchten sie gestern das Gespräch mit unserer Zeitung. "Die Jugendlichen müssen ja auch das Gefühl haben, dass nichts für sie getan wird. Immer dort, wo sie sich wohlfühlen, werden sie von den Älteren vertrieben", sagte Birgit Menzel.

So seien die Jungen und Mädchen zum Beispiel am Latumer See, am so genannten Elefantenklo in der Fußgängerzone und an der Pappelallee ungern gesehene Gäste gewesen. In Lank-Latum gebe es bisher weder den versprochenen Sozialarbeiter als Streetworker noch eine Skaterbahn oder ein anderes adäquates Angebot für die Zielgruppe, erzählten die Senioren. Die älteren Herrschaften fühlen sich gleichwohl von dem Johlen, Schreien, Spucken, Schimpfen, der lauten Musik und dem aufsässigen Verhalten der Jugendlichen extrem belästigt.

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Sie fordern aber nicht nur den Abriss des in öffentlichem Grün platzierten Pavillons. Für die Jungen und Mädchen müsse eine sinnvolle Alternative entstehen, erklärten sie. Wo das Geld dafür herkommen soll? Da hätten die betroffenen Senioren eine Lösung parat. Solle die Kommune doch einen Teil des Schmiergeldes investieren, das der ehemalige Planungsdezernent der Stadt zu erstatten habe.

Immerhin sei die Bebauung am Wasserturm ebenfalls Gegenstand der Korruptionsaffäre gewesen. Vor allem von der CDU hätten sich die älteren Menschen mehr Entgegenkommen gewünscht. Speziell auf den zweiten Bürgermeister Franz-Josef Radmacher ist die Runde nicht gut zu sprechen.

Dabei hatte der schriftlich bestätigt: "Wie Sie wissen, habe ich mir inzwischen ein Bild von der Situation gemacht. Ich kann Ihnen versichern, dass ich Verständnis für Ihre Probleme habe. Was sich die Kinder und Jugendlichen erlauben, hat mit normaler Freizeitgestaltung nicht mehr viel zu tun." sti

(NGZ)
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