Rock am Lanker Wasserturm: Selbst "Wölli" war ergriffen

Rock am Lanker Wasserturm : Selbst "Wölli" war ergriffen

Innerhalb kurzer Zeit hat sich "Rock am Turm" zu einem überregionalen Top-Event entwickelt. Nach dem großen Erfolg der ersten Veranstaltung im November 2001 ging das Nachwuchsfestival am Samstag in die zweite Runde. Bereits am späten Nachmittag war der Bereich um das Forum Wasserturm völlig überfüllt - rund 400 Besucher hatten sich vergebens auf den Restbestand an Abendkarten verlassen und verpassten die Darbietungen der fünf Newcomerbands. Das Publikum drängte zum "Rock am Turm", doch nicht alle fanden Einlass. Wer eine Karte ergattert hatte, kam bestens in Stimmung, auch wenn nicht alle Bands voll überzeugten. Ein großer Spaß mit Nachwuchs-Musikern aus dem Raum Neuss war es auf alle Fälle.

Innerhalb kurzer Zeit hat sich "Rock am Turm" zu einem überregionalen Top-Event entwickelt. Nach dem großen Erfolg der ersten Veranstaltung im November 2001 ging das Nachwuchsfestival am Samstag in die zweite Runde. Bereits am späten Nachmittag war der Bereich um das Forum Wasserturm völlig überfüllt - rund 400 Besucher hatten sich vergebens auf den Restbestand an Abendkarten verlassen und verpassten die Darbietungen der fünf Newcomerbands. Das Publikum drängte zum "Rock am Turm", doch nicht alle fanden Einlass. Wer eine Karte ergattert hatte, kam bestens in Stimmung, auch wenn nicht alle Bands voll überzeugten. Ein großer Spaß mit Nachwuchs-Musikern aus dem Raum Neuss war es auf alle Fälle.

Als erste Gruppe des Abends standen "The Pig Must Die" auf der geräumigen Bühne. Mit ihrem Deutsch-Punk passte die Band zwar gut ins Programm, jedoch fehlte den Musikern jegliche Bühnenausstrahlung. Ihr Songmaterial in der Schnittmenge zwischen alten "Ärzten" und "Hosen" sorgte während der 30-minütigen Spielzeit für keine nennenswerten Überraschungen. Deutlich mehr Dynamik, sowohl in Musik als auch in Performance, legten die "Snablesukkaz" an den Tag. Ihre energetische Mischung aus Nu-Rock und Punk-Elementen lockte nach kurzer Zeit die ersten "Stagediver" auf die Bühne. Mit ausgefeilten Harmonien lieferten die Musiker den Beweis, dass ihr Sound mehr Tiefe hat, als der Großteil der VIVA-Rock Bands.

Die Hildener Band "Stigma" bot dem Publikum modernen groovigen Rock, der in seinen besten Momenten an die "H-Blockx" erinnerte und obendrein mit guten Gesangsmelodien beeindruckte. Die Gruppe legte ihre besten Lieder ans Ende der Show und erreichte damit spontan noch eine Steigerung der Publikumslaune. Zumindest bei den Anwesenden, denn mehr als 100 Gäste führten den oft zitierten Zusammenhalt unter Fans handgemachter Musik ad absurdum und warteten draußen auf den Auftritt ihrer Lieblingsband, anstatt einmal einen Blick auf die anderen Combos zu riskieren. Auf Nummer Sicher gingen die Willicher "Capricorn", die zusammen mit den "Snakesukkaz" kurzerhand eine Bustour für 50 ihrer Fans organisierten. Wirklich nötig hatten es beide Gruppen jedoch nicht.

Special Guest "T.V. Smith" beim "Rock am Turm" in Lank.

"Capricorn" können sich - gemessen an den Publikumsresonanzen - als die erfolgreichste Gruppe des Abends bezeichnen. Die melodischen Songs des Trios besaßen durchweg Mitsing-Charakter und wirkten auf den Großteil der Zuhörer. Mit dem Auftritt von "Betontod" war es vorbei mit der Massentauglichkeit, aggressiver Punk la "Slime" trifft auf Metal-Gitarren und verwandelt das kurz zuvor noch klatschende Publikum in einen rasenden Mob. Auf den Special Guest "T.V. Smith", der mit den erfolgreicheren Kollegen von den "Sex Pistols" und "The Damned" die Punk-Welle im London des Jahres 1978 ins Rollen brachte, waren alle Gäste und Beteiligten gespannt.

Mit seiner Akustikgitarre und dem eingespielten "Toten Hosen-Team" Vom und Kuddel, die für ihren Posten an Schlagzeug und zweiter Gitarre direkt von der aktuellen Tour ihrer Hauptband flüchteten, lieferte der drahtige Veteran eine beeindruckende Show ab, die einen Funken der damaligen Aufbruchstimmung im Jahre 2002 aufleben ließ. Lieder von den Punk-Pionieren "Adverts" wechselten sich mit dem späteren Material des Einzelkünstlers ab. Auch Organisator "Wölli" Rohde stand ergriffen am Bühnenrand als zufriedener Initiator des Events für Nachwuchsmusiker im Raum Neuss, aber vor allem auch als Fan. Daniel Brinckmann

(NGZ)
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