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Rhein-Kreis Neuss: Schwimmbecken mit Patenten aus Kaarst

Rhein-Kreis Neuss : Schwimmbecken mit Patenten aus Kaarst

Die Firma Krülland baut seit 55 Jahren Schwimmbecken, vom "pfiffig kleinen Modell bis zur Luxuslimousine", wie Geschäftsführer Dieter Tischer sagt. Damit ist das Unternehmen aus Kaarst der älteste Beckenbauer Europas. Der typische Krülland-Pool besteht seit Anbeginn aus Aluminium, bis vor kurzem als neue Variante das Betonsteinbecken auf den Markt gebracht wurde.

Zwei Jahre Entwicklungsarbeit stecken darin. "Wir mussten eine perfekte Mischung aus Material, Gewicht, Montageaufwand und Haltbarkeit finden", sagt der Chef. Innovation braucht also Zeit, hat bei Krülland aber auch einen festen Termin: Immer dienstags treffen sich die Mitarbeiter zur Produkt- und Vertriebsrunde. "Jeder Angestellte ist daran beteiligt. Das bringt den Innovationsschub und macht allen Spaß", sagt Tischer.

In kleineren Arbeitsgruppen werden die Ideen danach ausgearbeitet. Auch die Auszubildenden sitzen mit am Tisch. "Junge Leute hinterfragen viel", sagt der 50-jährige, "und sie lenken oft die Gedanken in Richtung Umwelt und Energiekosten". Ein Swimmingpool verbrauche heute nur noch ein Zehntel der Kosten von vor 20 Jahren, erklärt Dieter Tischer. Üblich für den Betrieb eines Schwimmbeckens ist die Luft-Wärmepumpe, die bis zu Temperaturen von minus 15 Grad Celsius noch Energie aus der Luft gewinnen kann. Längst ist der Unterhalt eines privaten Schwimmbads kein teures Unterfangen mehr. Zwischen 50 und 100 Euro im Monat belaufen sich die Kosten für Energie und Wasserpflege.

Meeres-Pool Eine Idee des Kaarster Unternehmens ist es, den Kunden Urlaubsfeeling wie am Meer zu verschaffen. Das gelingt mit speziellen Salzen von Krülland-SoftOcean. Das Wasser erreicht einen Salzgehalt von 0,5 Prozent — siebenmal weniger als im Mittelmeer. Kein Augenbrennen oder schlechter Geschmack im Mund, dafür ein naturnahes Schwimmerlebnis. Salzwasser ist zudem gut für die Atemorgane, seine Mineralstoffe pflegen die Haut. In Absprache mit Ärzten helfen sich die verschiedenen Salze auch für Therapien im Wasser, etwa gegen Neurodermitis.

Überlaufrinne Eine Innovation, die sogar in ein eigenes Patent mündete, ist die Überlaufrinne von Krülland. Über die an die Beckenkante angrenzende Rinne läuft das überschwappende Wasser ab und wird nach seiner Aufbereitung wieder dem Becken zugeführt. Damit es gleichmäßig an allen vier Seiten abläuft, hat Krülland die nachjustierbare Überlaufrinne entwickelt. Da sich Gebäude mit der Zeit absenken, geraten Becken leicht in Schräglage. Die mechanisch nachjustierbare Überlaufrinne gleicht dies aus.

(NGZ/ac)