Schulpolitiker im Rhein setzen Mindestalter für Migrantenstipendium-Bewerber fest

Stipendium im Rhein-Kreis : Migrantenstipendium wird an Mindestalter gekoppelt

Bewerber für das Stipendium des Rhein-Kreises müssen das sechste Lebensjahr vollendet haben, bevor sie eingewandert sind.

Künftige Bewerber für das Migrantenstipendium des Rhein-Kreises müssen – neben diversen anderen Kriterien – nun auch das sechste Lebensjahr vollendet haben, als sie nach Deutschland eingewandert sind. Das wurde in der vergangenen Sitzung des Kreisschulausschusses einstimmig beschlossen.

Zunächst war in der Vorlage der Verwaltung von einer Schulpflicht im Herkunftsland die Rede. Dem konnten einige Ausschussmitglieder jedoch nicht zustimmen. Begründung: In einigen Ländern gebe es gar keine Schulpflicht. Und solche Bewerber könne man nicht ausschließen. Dem stimmten schließlich die Schulpolitiker aller Fraktionen zu. Schuldezernent Tillmann Lonnes hatte die Aufnahme eines weiteren Kriteriums in den Katalog damit begründet, dass Kinder, die bereits mit einem oder zwei Jahren nach Deutschland gekommen seien und dort eine Kita besucht hätten, es mit Beginn der Schullaufbahn wesentlich einfacher hätten als solche, die erst in der Schule die deutsche Sprache lernen müssen.

Rainer Schmitz ist Vorsitzender des Kreisschulausschusses. Foto: Ludger Baten

Seit 2009 vergibt der Rhein-Kreis ein Hochschul-Stipendium für junge Migranten. Aktuell sind es neun Stipendiaten, die unterstützt werden, und das mit 300 Euro monatlich. Über die Vergabe des Stipendiums entscheidet eine Jury, zu der auch der Vorsitzende des Schulausschusses Rainer Schmitz und Lonnes gehören. Wer sich bewirbt, hat verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen: ein gutes bis sehr gutes Abitur, seit mindestens drei Jahren Schulbesuch im Rhein-Kreis, dort auch Wohnort, Geburtsort außerhalb Deutschlands, Einwanderung ohne deutsche Staatsangehörigkeit, inzwischen aber in deren Besitz, die Voraussetzungen für das angestrebte Studium müssen erfüllt sein und schließlich soziales Engagement. Letztgenannter Punkt gab dann während der Sitzung noch Anlass zur Diskussion.

So plädierte Dirk Banse (SPD) dafür, der Voraussetzung „soziales Engagement“ mehr Bedeutung beizumessen, allein schon dadurch, dass man sie an die erste Stelle des Katalogs stellen sollte. Ausschussvorsitzender Schmitz konnte beruhigen. „Darauf hat die Jury einen Blick. Dennoch könnte man bei einer Neuauflage des Info-Flyers für das Migrantenstipendium darauf achten, dass dieses Kriterium weiter vorne steht.“

(goe)
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