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Rhein-Kreis Neuss: Schule für Unternehmer

Rhein-Kreis Neuss : Schule für Unternehmer

Die Neusser Unternehmerschule zieht ein Jahr nach ihrer Gründung Bilanz. Mitgründer Theo Höfgen ist stolz darauf, dass das Angebot von Existenzgründern, aber auch von Geschäftsleuten zur Weiterbildung genutzt wird.

Die Neusser Unternehmerschule hat ihr erstes Jahr hinter sich. In zehn Monaten konnten sich Existenzgründer in den Bereichen Führungs-, Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit fortbilden. Anonym konnten die Teilnehmer die Kurse bewerten, und die Stichproben spiegeln eine Zufriedenheit wider. Sie schätzen den zielorientierten Aufbau, einen starken Praxisbezug sowie die Diskussion und den Erfahrungsaustausch untereinander.

Die Unternehmerschule, deren Unterricht an der Europäischen Fachhochschule stattfindet, ist ein Projekt des Netzwerks Integrative Wirtschaftsförderung (NIW) und wurde vom Neusser Theo Höfgen mitbegründet. "Unsere Philosophie ist ein bezahlbares Angebot", sagt er. Höfgen unterrichtet vor allem aus Idealismus. Vor vier Jahren machte er sich selbstständig, und die Erfahrungen von damals möchte er seinen Schülern ersparen. "Wie viele andere habe auch ich ein Existenzgründerseminar besucht. Aus diesen zwei Tagen konnte ich aber nicht viel mitnehmen, und das hat mich im Nachhinein sehr frustriert", sagt er. "Bei vielen geht die Motivation dann schnell verloren."

Dies beweisen auch Zahlen, denn rund 50 Prozent aller Existenzgründer sind nach dem ersten Jahr wieder vom Markt verschwunden. Nach fünf Jahren bleiben lediglich 15 Prozent übrig. Statt alle wichtigen Inhalte in ein Wochenende zu pressen, verteilt sie die Unternehmerschule über zehn ganztägige Seminare, die an einem Samstag im Monat stattfinden. Jeder Kurs kostet 145 Euro und kann einzeln belegt werden. Statt reinem Frontalunterricht gibt es viele praktische Übungen, Simulationen und Rollenspiele. Darüber hinaus bieten die Lehrer anschließend noch ein kostenloses Telefoncoaching an und geben Hausaufgaben mit.

"Wir möchten aus dem Teilnehmer einen vollwertigen Unternehmer machen", sagt Höfgen. Die drei Module stehen für sich, sind in ihrer Reihenfolge aber bewusst aufgebaut. Beim ersten Termin geht es zunächst um die Persönlichkeit. "Man muss erst einmal die eigenen Schwächen erkennen", erklärt Höfgen. Anschließend folgen Personalführung, Finanzen, Investitionen, Marketing, Kundengewinnung und Zusammenarbeit mit externen Partnern.

In den Seminaren treffen sich Jungunternehmer wie "gestandene" Geschäftsleute, die schon einige Jahre tätig sind oder die Nachfolge regeln möchten, angehende Führungskräfte und Existenzgründer. An Letztere kommt Höfgen allerdings noch am wenigsten heran. Zur Überzeugung zieht er gerne einen Vergleich. "Jeder Profisportler hat einen Trainer. Warum sollte sich also nicht ein Unternehmer beraten lassen. Wir sind die Trainer des Unternehmers", sagt er.

(NGZ/rl)