Tierschutz: Schreckensszenario Tiertransport

Tierschutz : Schreckensszenario Tiertransport

Von Simon Hopf

Von Simon Hopf

Jämmerlich geschundene Kreaturen, geschlagen, zusammengepfercht, über tausende Kilometer gekarrt, dann endlich - geschlachtet. Was die Autoren der gestern Abend im ZDF ausgestrahlten Reportage "37°" bei der Begleitung eines Rindertransports über Südfrankreich nach Beirut/Libanon recherchiert haben, entzieht sich jeder Beschreibung. Will die Verbraucher wachrütteln: Uta Wegener vom Tierschutzbund. NGZ-Foto: H. Jazyk

Ute Wegener, Vorsitzende des Tierschutzvereins für den Kreis Neuss, steht die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben. "Furchtbar! Da zählt das Lebewesen und dessen Panik überhaupt nichts", entsetzt sich die engagierte Tierschützerin. Die so genannten Tierschutzwochen, deren Höhepunkt der Welttierschutztag am Namenstag des Heiligen Franziskus (4. Oktober) als Schutzpatron der Tiere war, nutzt sie zum Appell gegen das Wegsehen. Ihre Erfahrung: "Der Verbraucher versucht, an dem Elend vorbeizuschauen."

"Mein Weg in die Hölle. Stoppt qualvolle Tiertransporte" lautete das Motto der Aktionstage, die der Deutsche Tierschutzbund mit Sitz in Bonn koordiniert hat. Der Weg in die Hölle ist hoch subventioniert. "Allein im Jahr 2005 sind dafür 77 Millionen Euro im EU-Haushalt vorgesehen", heißt es in einer Erklärung des Tierschutzbundes. Der vom Fernsehen dokumentierte Transport umfasste 1200 Rinder und mehr als 2000 Schafe.

Uta Wegener kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn sie daran denkt. Tiertransporte sind indes nicht alles, gegen das es ihrer Meinung nach zu kämpfen gilt. Beim Blick auf die Pelztierhaltung wird es ihr ebenso unwohl wie beim Thema "Käfighaltung".

Die große Befürchtung der Tierschützer ist, dass unter der neuen Bundesregierung das ab 2007 geltende Verbot der Käfighaltung von Legehennen wieder gekippt werden könnte. "Die Agrarwende muss im Sinne eines umfassenden Tier- und Verbraucherschutzes vorangetrieben werden", fordert Wegener.

Info www.tierschutzbund.de

(NGZ)
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