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Rhein-Kreis Neuss: Schallschutz-Experte hilft Unternehmen

Rhein-Kreis Neuss : Schallschutz-Experte hilft Unternehmen

Ulrich Wilms kennt sich aus, wenn es darum geht, Lärmbelästigungen abzustellen. Der Elektroingenieur ist auch Sachverständiger der IHK.

Beschweren sich Anwohner, dass der Schonstein einer industriellen Anlage zu laut ist, ist sein Know-How gefragt. Dann kommt Ulrich Wilms mit seinen Messinstrumenten. Die, sagt er, hätten den Wert eines Kleinwagens. Der Experte weiß, dass die Ursachen ganz unterschiedlich sein können, ebenso wie die Art des Lärms. "Mal ist es ein einzelner Ton, mal ein Rauschen, Pfeifen oder Brummen", sagt Wilms.

Der 51-jährige Elektroingenieur ist jetzt als Sachverständiger für Schallimmissionsschutz von der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein (IHK) vereidigt worden. Damit ist dieser Expertenpool auf 120 angestiegen. Vor seiner Vereidigung wurde Wilms geprüft. "Ich bekam zwei schriftliche Aufgaben und musste dann ein Fachgespräch bestehen", sagt er. Nachdem er mit seinen Kenntnissen überzeugen konnte, nahm ihn die IHK in ihren Expertenpool auf. So ist der Diplom-Ingenieur leichter zu kontaktieren, wenn Gerichte, Kommunen, Institutionen oder Privatpersonen einen Fachmann für Schallimmissionsschutz benötigen.

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Wilms, gebürtig aus Unna, hat an der RWTH Aachen Elektrotechnik studiert. Bereits in seiner Diplomarbeit befasste er sich mit dem Thema Lärm und Akustik. Nach dem Examen arbeitete er zunächst bei der BFI Betriebstechnik in Düsseldorf. "Ich war Gutachter für die Stahlindustrie", erzählt Wilms. Bevor gewerbliche Anlagen in Betrieb genommen wurden, erstellte er seine Lärmgutachten. "Insbesondere in der Stahlindustrie gibt es zum Teil Anlagen, die sehr laut sind", erklärt Wilms und nennt als Beispiel den Elektrolichtbogenofen, in dem Schrott eingeschmolzen wird.

Seine Aufgabe war es zudem, Möglichkeiten zur Lärmreduktion aufzuzeigen. 1995 wurde Wilms Sachverständiger im Bereich Umwelttechnik der Unternehmensgruppe TÜV Süddeutschland. Drei Jahre später war er Leiter der Messstelle des TÜV Süddeutschland in NRW für den Bereich Geräuschemissionen und —immissionen. 2004 wechselte Wilms zur Firma "TAC — Technische Akustik" in Korschenbroich. Seinen Chef, Professor Alfred Schmitz, kannte er noch von der RWTH. "Unsere Auftraggeber kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen", sagt Wilms, "aus der Industrie, aus den Kommunen, aber auch Privatpersonen sind darunter." Gilt es, die voraussichtliche Lärmbelästigung von zu genehmigenden Anlagen zu errechnen, erstellt Wilms am PC dreidimensionale Modelle. "Diese Rechenprogramme berücksichtigen dann die unterschiedlichsten Quellen, die für die Lärmentwicklung relevant sein können." Neben seinen Prognosen zur vermutlichen Lärmbelastung entwickelt Wilms Möglichkeiten zur Reduktion.

"Unterschieden wird zwischen passivem und aktivem Lärmschutz", erklärt der Fachmann. Von aktivem Lärmschutz spricht er, wenn die Geräuschquelle verändert wird. "Nur manche Quellen können nicht geändert werden wie beispielsweise Eisenbahnschienen oder Autobahnen." Beim passiven Lärmschutz werden Gebäude entsprechend umfassend lärmgeschützt umgebaut, etwa durch Schallschutzfenster.

(NGZ/url)