Rhein-Kreis wegen Blauzungenkrankheit zum Sperrgebiet erklärt

Ausbruch in Rheinland-Pfalz : Rhein-Kreis Neuss wegen Tierseuche zum Sperrgebiet erklärt

Am Mittwoch wurde der Rhein-Kreis vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) darüber informiert, dass er wegen Ausbruch der Blauzungenkrankheit in Rheinland-Pfalz zum Sperrgebiet erklärt wurde.

Betroffen sind Gebiete in einem Radius von 150 Kilometern Entfernung zu dem Betrieb, in dem die Tierseuche festgestellt wurde. Wie Kreissprecher Benjamin Josephs auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte, sei das Veterinäramt des Rhein-Kreises nun dabei, ein entsprechendes Informationsblatt vorzubereiten.

Für Panik bestehe absolut kein Grund, so Josephs weiter. Denn, die Blauzungenkrankheit, die von Mücken übertragen werden kann, beträfe „nur“ Rinder, Schafe, Ziegen und „kamelartige“ Tiere. Dazu gehören zum Beispiel Alpakas und Guanacos. Auf Menschen und Haustiere könne die Seuche nicht übertragen werden. Auch sei es ungefährlich, Milch oder Fleisch von befallenen Tieren zu konsumieren. „Bei uns ist bis jetzt kein Fall der Blauzungenkrankheit bekannt“, informierte Josephs. Allerdings müssten nun die Bestände im Rhein-Kreis untersucht werden.

Wie das Landesamt mitteilte, hat sich die aus Afrika stammende Tierseuche weltweit verbreitet. In Europa gibt es seit 2006 Ausbrüche in verschiedenen Ländern. Nach umfangreichen Impfungen galt Deutschland zwischen Februar 2012 und Dezember 2018 als offiziell frei von der Krankheit. Im Dezember 2018 wurde das Virus bei Routineuntersuchungen in Baden-Württemberg nachgewiesen, am 18. Januar dann im Kreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz, was dazu führte, dass nun auch der Rhein-Kreis Neuss, weil er im 150-Kilometer-Radius liegt, zum Sperrgebiet erklärt wurde.

(goe)
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