Rhein-Kreis: Waffen-Ausstellung auf Schloss Dyck

Ausstellung in Jüchen : Die Jagdwaffen von Schloss Dyck

Noch bis zum 28. Juli zeigt eine Ausstellung mit dem Titel „Zurückgekehrt“ 30 Exponate der ehemaligen Waffensammlung der Familie zu Salm-Reifferscheidt-Dyck.

Als Fürstin Cecilie zu Salm-Reifferscheidt-Dyck am 11. März 1991 verstarb und die Erben ihren Anteil verlangten, musste die wertvolle Waffensammlung mit rund 750 Exponaten meistbietend versteigert werden. Gut 30 dieser Kostbarkeiten kehrten jetzt auf Schloss Dyck zurück, wenn auch nur bis zum 28. Juli. Ein Sammler vom Niederrhein, der anonym bleiben möchte, hat die Antiquitäten als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Zur Ausstellungseröffnung gestern Vormittag war auch Simeon Graf Wolff Metternich gekommen, der Vorsitzende des Stiftungsrates von Schloss Dyck und Enkelsohn der Fürstin Cecilie. Der 54-Jährige, der in Vinsebeck bei Detmold lebt, erinnerte sich: „Ich bin immer im Sommer auf Schloss Dyck gewesen und gelegentlich auch zu Weihnachten.“ Er hänge sehr an dem Schloss, eine emotionale Bindung zu der Waffensammlung habe er aber nie gehabt, erklärte er gegenüber unserer Zeitung.

Martin Wolthaus, Kurator der Ausstellung mit dem treffenden Titel „Zurückgekehrt“, hatte den Sammler aufgespürt und freute sich, dass der bereit war, sich für gut zwei Monate von seinem kostbaren Besitz zu trennen. Simeon Graf Wolff Metternich hatte Interessantes zu berichten, beispielsweise, dass die Waffensammlung während der Zeit des Zweiten Weltkriegs in einem Bergwerksstollen versteckt worden war. „Es ist eine über eine lange Zeit gewachsene Sammlung und es handelt sich bei den Exponaten fast ausschließlich um Jagdwaffen“, sagte Graf Wolff Metternich. Er verteidigte die damalige Entscheidung, die Waffensammlung zu verkaufen, um die Erben zu befriedigen und zugleich das Schloss erhalten zu können. „Es war damals überlebenswichtig gewesen, etwas zu verkaufen – der Verkauf von Grundbesitz kam auf keinen Fall in Frage“, erklärte der 54-Jährige.

Martin Wolthaus freute sich, dass so eine wertvolle Ausstellung mit so einem engen Bezug zu Schloss Dyck gerade in diesem Jahr gezeigt werden kann: „Wir feiern in 2019 zwei Jubiläen: Der Dycker Park wird im Dezember 2019 200 Jahre alt und die Gründung der Stiftung Schloss Dyck ist jetzt 20 Jahre her.“ Der Kontakt zu dem Leihgeber sei über das Museums Zons hergestellt worden, wo er bereits Teile seiner Sammlung gezeigt habe. Zu sehen sind jetzt Flinten, Büchsen, aber auch einige Pistolen, wie man sie auf Reisen aus Sicherheitsgründen dabei hatte. „Waffen waren immer vorhanden auf Schloss Dyck, weil die Bewohner zum Teil hohe militärische Ämter innegehabt hatten“, erklärte Wolthaus.

Zu sehen sind jetzt hauptsächlich Jagdwaffen, und was für welche: Viele sind individualisiert mit Wappen, mit Tieren und anderen Merkmalen. Im 18. und 19. Jahrhundert waren auf dem Schloss Büchsenmacher wie Adam Rosen und Pierre Greverath engagiert, die über mangelnde Arbeit sicher nicht zu klagen hatten. Sie fertigten wahre Prunkstücke. Schrotflinten sind ebenso in der Ausstellung vertreten wie Waffen mit Steinschlössern und mit Perkussionsschlössern. Die ältesten Exponate sind Radschlösser.

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