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Rhein-Kreis Neuss: Rhein-Kreis trauert um seinen letzten "OKD"

Rhein-Kreis Neuss : Rhein-Kreis trauert um seinen letzten "OKD"

Klaus-Dieter Salomon starb am Samstag im Alter von 81 Jahren. Als Oberkreisdirektor des Kreises Neuss war er 13 Jahre lang im Amt.

Für viele war er immer noch der "OKD" — obwohl Klaus-Dieter Salomon schon seit fast 17 Jahren in Pension war. "OKD" — dieses Buchstabenkürzel, das ihm bis zuletzt anhing, war auch ein Zeichen des Respekts für einen Mann, der dem Kreis Neuss nicht nur Profil gab, sondern auch Stimme und Gesicht. 13 Jahre lang war Salomon als Oberkreisdirektor im Amt. Nun hat sein Herz aufgehört zu schlagen, wenige Wochen vor der Vollendung seines 82. Lebensjahres.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke würdigte Salomon am Montag als "Gestalter unseres heutigen Rhein-Kreises". Der CDU-Landtagsabgeordnete Lutz Lienenkämper nannte ihn einen Mann, der "tiefe, positive Spuren hinterlassen" habe. Für den Chef der CDU-Kreistagsfraktion, Dieter Welsink, war der "OKD" ein "Politiker mit Weitblick, der den Kreis nach außen hin öffnete". Und für Alfons Kranz, den ehemaligen Verlagsleiter der Neuß-Grevenbroicher Zeitung, war Klaus-Dieter Salomon mehr als nur ein Wegbegleiter: "Uns verband eine über Jahrzehnte gewachsene Freundschaft, die zu den schönen Erlebnissen des Alters gehörte. Ich werde ihn vermissen, aber nicht vergessen."

Klaus-Dieter Salomon wurde in Berlin-Neukölln geboren, nach dem Zweiten Weltkrieg kam er über Westfalen ins Rheinland. Dort wurde er rasch heimisch — dafür sorgte schon die Heirat mit einer Kölnerin. Er studierte Jura, wurde Staatsanwalt, wechselte zur CDU-Landtagsfraktion und stieg zu deren Justiziar auf. 1970 ging er als Beigeordneter nach Neuss, 1983 warf der Pulheimer seinen Hut in Ring, als ein neuer Oberkreisdirektor gesucht wurde.

In seinem Amt als "OKD" nahm der vierfache Familienvater kein Blatt vor den Mund, wenn es ihm angemessen erschien oder wenn sein Temperament ihn dazu verleitete. Und Temperament hatte er genug: Je kontroverser die Diskussion, umso lebendiger wurde er. Wenn es um die Interessen des Kreises ging, kam der Oberkreisdirektor auf Hochtouren und lief regelmäßig zu Bestform auf. Seine Rolle als fintenreicher Verwaltungschef und Politiker spielte er augenscheinlich gerne — und mit großer Leidenschaft.

Salomon war der Architekt der Fusion von Kreissparkasse Grevenbroich und Stadtsparkasse Neuss, er ordnete die berufliche Bildung neu, förderte die Kultur, baute nach dem Fall des Eisernen Vorhangs Brücken ins brandenburgische Perleberg und ins polnische Mikolow. Und er erkannte das Talent von Dieter Patt, den er aus dem Neusser Rathaus in die Kreisverwaltung holte. Für Patt— den ersten hauptamtlichen Landrat des Kreises — machte er 1996 den Weg frei. Mit Salomon ist ein Wegbereiter gegangen. Er war der Mann, der dem Kreis ein neues Selbstbewusstsein verschaffte.

(NGZ)