Regionales Bildungsnetzwerk Schulen, Eltern und Kommunen sind künftig besser vernetzt

Rhein-Kreis · Der Rhein-Kreis Neuss hat ein Regionales Bildungsnetzwerk eingerichtet. Das Bildungsbüro ist die zentrale Anlaufstelle. Ein Schwerpunktthema des neuen Teams ist die Digitalisierung.

 Christoph Kaiser, Laura Flöter und Melissa Sikorski gehören zum neu eingerichtete Bildungsbüro des Rhein-Kreises.

Christoph Kaiser, Laura Flöter und Melissa Sikorski gehören zum neu eingerichtete Bildungsbüro des Rhein-Kreises.

Foto: Andreas Woitschützke

Für Schulen, Lehrer, Kommunen, Eltern und Schüler gibt es künftig eine gemeinsame Anlaufstelle, die sich um Bildungsbelange im gesamten Rhein-Kreis kümmert: das Regionale Bildungsnetzwerk. „Ein Gedanke ist es, die einzelnen Partner, die Bezirksregierung und andere Stellen im Bildungswesen zusammenzubringen, die ansonsten aneinander vorbei reden“, sagt Doris Mauser von der Bezirksregierung Düsseldorf. Der Rhein-Kreis, sagt sie, sei einer von nur noch drei Kreisen noch ohne ein solches Netzwerk gewesen. „Wir gehören zwar mit zu den letzten, sind aber froh, dass wir das Bildungsnetzwerk jetzt haben“, sagt Kreis-Schuldezernent Tillmann Lonnes. Er hofft, dass durch die Vernetzung an vielen Schrauben rund um das Schulleben nun besser gedreht werden kann. Das schließe individuelle Förderung genauso ein wie Standards für die Handynutzung an Schulen oder Strategien gegen Mobbing im Klassenzimmer, erklärt Laura Flöter. „Die acht Kommunen im Kreis haben da ganz unterschiedliche Bedürfnisse – diese gilt es nun erst einmal zu erfassen“, sagt Flöter.

Die Lehrerin ist einer der drei Köpfe des neu eingerichteten Bildungsbüros. Das Büro ist das Herzstück des Bildungsnetzwerks und kümmert sich um die Umsetzung aller Aufträge, die das Netzwerk erhält oder selbst festlegt. Erste Handlungsfelder hat der so genannte Lenkungsausschuss Ende Januar bestimmt. Der Ausschuss setzt sich zusammen aus Schulleiter-Sprechern aller sieben im Rhein-Kreis vertretenen Schulformen sowie Vertretern der Kommunen, des Kreises, der Bezirksregierung und dem Schulamt.

„Große Diskussionen gibt es in Kaarst hinsichtlich der Gestaltung der Nachmittage in den Schulen“, berichtet Doris Mauser aus der ersten Zusammenkunft des Lenkungskreises. Zu den Diskussionspunkten zählen sowohl die Betreuung im offenen Ganztag als auch Unterrichtskonzepte im Ganztagsbetrieb, auch mit Hinblick auf die räumlichen Möglichkeiten. „An uns liegt es nun Konzepte zur Qualitätssicherung des Nachmittagsbetriebs zu erstellen“, sagt Mauser. Des Weiteren arbeitet das Bildungsbüro bereits an der Erstellung einer „Bildungslandkarte“, in der sämtliche außerschulischen Bildungseinrichtungen im Rhein-Kreis verzeichnet sein sollen.

Aktuell fände zu wenig Unterricht außerhalb des Klassenraums statt, unter anderem, da Schulen viele außerschulische Angebote im Bildungsbereich wie das Landwirtschaftliche Museum in Sinsteden gar nicht kennen, bemerkt Christoph Kaiser. Er unterrichtet am Kaarster Georg-Büchner-Gymnasium und arbeitet jetzt ebenfalls in Teilzeit im Bildungsbüro. Dort bearbeitet er gemeinsam mit Laura Flöter und der verwaltungsfachlichen Mitarbeiterin Melissa Sikorski aktuell zwei weitere Schwerpunktthemen, die Digitalisierung an den Schulen und den Kinder- und Jugendschutz.

Digitalisierung beinhalte Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrer. Auch die Nutzung von Tablets im Unterricht wird thematisiert, erklärt Tillmann Lonnes. „Alle Schulen gehen unterschiedlich damit um – jetzt heißt es darüber erst einmal ins Gespräch zu kommen.“ Beim Jugendschutz gehe es beispielsweise um das Thema Missbrauch. „Schulen fragen sich, wie Missbrauch festgestellt werden kann und wie sie damit aus schulischer Sicht umgehen – wann beispielsweise die Polizei oder das Jugendamt eingeschaltet wird.“

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