1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis

Rhein-Kreis Neuss: Was Draußen-Jobber bei großer Hitze beachten sollten

Arbeitsschutz im Rhein-Kreis Neuss : Was „Draußen-Jobber“ bei großer Hitze beachten sollten

Vom Gerüstbauer bis zur Landschaftsgärtnerin: Menschen, die unter freiem Himmel arbeiten, haben ein besonders hohes Risiko, durch Sonne und Hitze im Job krank zu werden. Darauf macht die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) aufmerksam.

Die Gewerkschaft appelliert an Beschäftigte im Rhein-Kreis Neuss, sich ausreichend zu schützen. „Keiner sollte die hohe UV-Einstrahlung auf die leichte Schulter nehmen. Sie kann zu dauerhaften Schäden auf der Haut bis hin zu Krebs führen“, betont IG BAU-Bezirksvorsitzender Uwe Orlob. In der Bau- und Agrarwirtschaft müssten „Draußen-Jobber“ besonders aufpassen.

Beide Branchen beschäftigen nach Angaben der Arbeitsagentur allein im Rhein-Kreis Neuss derzeit rund 6400 Menschen. Die Gewerkschaft rät zu einer Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50. Auch regelmäßiges Wassertrinken sei ein Muss: „Sonnenmilch und Wasserflasche gehören genauso zum Job wie Mörtel und Maurerkelle“, so Orlob. Denn die Zahl der Hitzetage habe durch den Klimawandel in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

Besondere Vorsicht sei zur Mittagszeit geboten: Zwischen 12 und 14 Uhr sollte der Großteil der Arbeiten in den Schatten verlegt werden. Wichtig sei außerdem, möglichst viele Körperteile mit Kleidung zu bedecken. „Ein am Helm fixierter Nackenschutz ist eine Kleinigkeit, die aber viel bringt“, so Orlob. Der Vorsitzende der IG BAU Düsseldorf verweist auf den weißen Hautkrebs, der seit 2015 eine anerkannte Berufskrankheit ist. „Ständige UV-Einstrahlung schädigt die Haut, schon lange bevor sich ein Sonnenbrand bemerkbar macht. Wer einen hellen Hauttyp hat, trägt ein besonders hohes Krebsrisiko“, betont Orlob.

  • Haushalte im Rhein-Kreis Neuss : NGG: Inflation führt zu hohen Kaufkraftverlusten im Rhein-Kreis
  • (Symbolbild)
    3707 Infizierte : Corona fordert zwei weitere Todesopfer im Rhein-Kreis Neuss
  • Die Arbeitsagentur hat Zahlen zum Arbeitsmarkt
    Arbeitsmarkt im Rhein-Kreis Neuss : Arbeitslosenzahlen nehmen im Rhein-Kreis leicht zu

Die Gewerkschaft weist zudem darauf hin, dass es auch Tage gebe, an denen das Wetter gar keine „Outdoor-Arbeit“ zulasse. „Nicht nur die Zahl extremer Hitzetage, sondern auch Stürme und Starkregen nehmen zu. Deshalb braucht der Bau Lösungen, damit die Beschäftigten bei einem Arbeitsausfall nicht ohne Lohn dastehen“, so Orlob. Ein Beispiel aus dem Dachdeckerhandwerk zeige, wie es gehe: Zwischen April und November erhalten Beschäftigte eine Ausfallzahlung, wenn sie wegen extremer Wetterereignisse nicht arbeiten können. Das „Schlechtwettergeld für Frühling, Sommer und Herbst“ liege bei 75 Prozent des Bruttolohns und wird für maximal 53 Stunden pro Jahr gezahlt. Weitere Infos finden Beschäftigte der Branche – neben einem Ausfallgeldrechner – bei den Sozialkassen des Dachdeckerhandwerks unter www.soka-dach.de/leistungen/ausfallgeld.

(NGZ)