Rhein-Kreis Neuss: Strukturwandel - Dieter Welsink besucht das Saarland

Strukturwandel im Rhein-Kreis Neuss : Dieter Welsink informiert sich im Saarland

Der Begriff Strukturwandel hat Konjunktur. Gemeint ist die Suche nach Antworten auf die Frage, was auf die Menschen zukommt, wenn der Braunkohle-Tagebau im Rheinischen Revier beendet wird. Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion zeigte sich nach einem privaten Informationsbesuch im Saarland beeindruckt.

Der Begriff Strukturwandel hat Konjunktur. Gemeint ist die Suche nach Antworten auf die Frage, was auf die Menschen hierzulande zukommt, wenn der Braunkohle-Tagebau im Rheinischen Revier beendet und in der Folge die Kraftwerke abgestellt werden. Viele sind unterwegs, diesen Strukturwandel konstruktiv zu gestalten. Nur: Patentrezepte gibt es nicht. Wie schwer es wird, den Lebensstandard zu halten, wenn sich industrielle Rahmenbedingungen verändern, ist andernorts zu besichtigen. Das Ruhrgebiet, die Wallonie oder das Saarland. „Wir müssen die Menschen mitnehmen“, sagt Dieter Welsink, „die Bürger müssen sich weiterhin mit ihrer Heimat identifizieren können, sich wohlfühlen.“ Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion zeigte sich nach einem privaten Informationsbesuch im Saarland beeindruckt. Von Jürgen Fried (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Neunkirchen, hatte er gelernt: „Der Strukturwandel findet in den Köpfen der Menschen statt.“

Neunkirchen war ein boomender Standort der Montanindustrie. Doch mit der Krise der Schwerindustrie begann in den 1960er und 1970er Jahren der Niedergang. 1968 schloss die letzte Kohlegrube, 1982 das Eisenwerk – lediglich die Walzstraße blieb in Betrieb. Die mit knapp 50.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt des Saarlandes führte die deutsche Liste der Arbeitslosenstatistik an. Der Weg zur Revitalisierung war lang und beschwerlich, doch Neunkirchen hat nach Ansicht von OB Fried im Rahmen seiner Möglichkeiten viel erreicht. Die Mittel zur Städtebauförderung seien gut eingesetzt worden. Fried selbst steht für vier Handlungsfelder in diesem Prozess: Neues urbanes Leben / Kultur, Sport und Freizeit / Bildung, Soziales und Familie / Wirtschaft und Arbeitsplätze. Vor allem förderte Fried eine lebendige Kulturszene, gab der Stadt, die sich nun Musicalstadt nennt, ein Alleinstellungsmerkmal in der Region.

Für Welsink war der Besuch im Saarland „anregend“, doch er weiß, dass sich Aufgabenstellung und Antworten nicht eins zu eins aufs Rheinische Revier übertragen lassen. Dafür seien die Ausgangslagen zu unterschiedlich. Ihm sei aber klar geworden, „dass Strukturwandel gelebte Innovation und ein dauerhafter Prozess“ sei.

Welsink nimmt auch das Stichwort vom „Strukturwandel in den Köpfen“ mit. Es gehe um Heimat, „Kirchturmdenken hat allerdings keinen Platz mehr“. Es gehe um ein Lebensumfeld mit qualifizierten Arbeitsplätzen, bezahlbaren Wohnraum und vielfältigen Sport-, Kultur- und Freizeitangeboten. Die Städte und Gemeinden des Rhein-Kreises sollten, so Welsink, ein gemeinsames Bild von Heimat entwickeln: „Während die Stadt Neuss gerade als Hansestadt eher ein internationales Wirtschafts- und Handelszentrum werden kann, können in anderen Bereichen großflächige Industriegebiete aufgebaut werden.“

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