Rhein-Kreis Neuss: Stipendiaten sollen Geld für Auslandssemester erhalten

Rhein-Kreis: Schulpolitiker wollen Bildungsprogramm erweitern: Ein Auslandssemester für Migranten-Stipendiaten

Schulausschuss will den Vorschlag der Verwaltung unterstützen. Im Finanzausschuss soll nun darüber beraten werden.

Den Migranten-Stipendiaten des Rhein-Kreises soll künftig auch ein Auslandssemester finanziert werden. Dieser Ansicht sind zumindest die Mitglieder des Kreissschulausschusses, wo Dezernent Tillmann Lonnes den Vorschlag unterbreitete. Beraten werden soll der Vorschlag nun erst einmal im Finanzausschuss, bevor er im Kreisausschuss und Kreistag beschlossen werden kann.

Seit 2009 vergibt der Rhein-Kreis ein Hochschul-Stipendium für Migranten, mittlerweile sind es zwei pro Jahr. Sie richten sich an leistungsstarke und sozial engagierte Abiturienten im Rhein-Kreis, die nicht in Deutschland geboren sind, ein gutes bis sehr gutes Abitur gemacht haben, im Rhein-Kreis wohnen, dort seit mindestens drei Jahren eine Schule besuchen und mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft haben oder sie zumindest anstreben. Bis heute haben sich 21 junge Leute erfolgreich um das Stipendium beworben, fünf hätten bisher ihr Studium abgeschlossen, zwei davon mit herausragendem Ergebnis, wie Lonnes betonte.

Monatlich 300 Euro zahlt der Kreis an die jungen Leute für einen Bachelor- oder Masterstudiengang. Im Haushalt 2018 sind für das Stipendium 34.200 Euro veranschlagt. Aktuell werden sieben Studierende für maximal zwölf Semester gefördert. Durch die Förderung eines Auslandssemesters würden die Kosten von 21.600 Euro auf 23.400 Euro steigen, erklärte Lonnes den Ausschussmitgliedern.

Dezernent Tillmann Lonnes warb für das Auslandssemster. Foto: Carina Wernig/Rhein-Kreis Neuss
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„Angesichts dessen, dass ein Auslandsaufenthalt mittlerweile zu einem etablierten Bestandteil eines Studiums gehören kann, ist der gefasste Beschluss angebracht und stellt keinen mehr vor die Entscheidung, auf ein Auslandssemester zu verzichten, um auch weiterhin die finanzielle Unterstützung zu halten“, sagte Birte Wienands, die schulpolitische Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion. Im Gegenzug zu ihrer Förderung treten die Stipendiaten als sogenannte Bildungsbotschafter auf. Das heißt, dass sie Schülern, die ebenfalls im Ausland geboren sind, ihren Werdegang erzählen und sie so motivieren, sich auch zu engagieren.

Außerdem, berichtet die Verwaltung, hätten sich die Stipendiaten auch bereits als Dolmetscher für das Kommunale Integrationszentrum des Rhein-Kreises verdient gemacht.

(goe)
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